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14 Mannschaften starten am Samstag in die neue Handball-Saarlandliga-Saison.

Handball-Saarlandliga : „Du kannst in keinem Spiel sicher sein“

14 Mannschaften starten am Samstag in die neue Handball-Saarlandliga-Saison. Nach weitläufiger Einschätzung machen zwei davon den Titel unter sich aus. Dahinter ist nahezu alles möglich.

Am kommenden Samstag startet die Handball-Saarlandliga-Saison 2019/2020 der Herren. Eine Einschätzung von Christian Mühler könnte das, was die Liga verspricht, kaum besser zusammenfassen: „Es ist mit dem TV Homburg ein starker Absteiger in die Liga gekommen, außerdem haben wir zwei starke Aufsteiger. Andere Mannschaften haben sich gut verstärkt, sodass die Saarlandliga insgesamt noch mal stärker geworden ist.“ Der Trainer der HSG Dudweiler-Fischbach kommt zu dem Schluss: „Es wird eine sehr ausgeglichene Saarlandliga-Saison. Du kannst dir in keinem Spiel sicher sein, ob du gewinnst oder verlierst.“

Dennoch gibt es in der höchsten saarländischen Spielklasse natürlich Favoriten auf den Titel. In diesem Zusammenhang fallen immer wieder zwei Namen: TV Homburg und HSG Nordsaar. Der TVH hat nach seinem Abstieg aus der Oberliga eine Stange Geld in die Hand genommen, den Kader mit internationalen Neuzugängen verstärkt – und nur eine Position im Visier. „Unser Ziel ist ganz klar der Aufstieg in die Oberliga“, meint Handball-Abteilungsleiter Jörg Ecker.

Homburgs ärgster Rivale dürfte laut weitläufiger Einschätzung die HSG Nordsaar werden, die, so Ecker, „eine sehr routinierte Mannschaft und mit Sebastian Hoffmann wohl einen der stärksten Mitte-Spieler der Saarlandliga hat“.

Hoffmann kam wie Oliver Zeitz vom Oberligisten HF Illtal zum Vorjahresvierten. Das Spitzen-Duo sei wohl etwas stärker als die Konkurrenz, aber keineswegs unbezwingbar. Beispielsweise für Vorjahres-Vize HSG TVA/ATSV Saarbrücken oder den Vorjahres-Dritten HSV Merzig/Hilbringen.

Die Saarbrücker haben mit Nicolas Gilcher den amtierenden Verbandsliga-Torschützenkönig von den HF Köllertal für den Rückraum gewinnen können. Der HSV musste David Pfiffer an Oberligist HF Illtal abgeben, hat dafür aber unter anderem mit Sven Klein (Tor, HG Saarlouis II) und Niklas Eberhard (Rückraum, TV Homburg) zwei Oberliga-erfahrene Akteure gewonnen. Ob Eberhard den Abgang des erfolgreichsten Merziger Torschützen 1:1 auffangen kann, wird sich aber erst zeigen müssen.

Auch die SGH St. Ingbert mit Neu-Trainer Martin Rokay und ihren Neuzugängen Thomas Zellmer (rechter Rückraum) und Julien Santarini (Tor, beide SV 64 Zweibrücken) peilt die vorderen Plätze an. Sie hat allerdings schon jetzt mit Verletzungen bei ihren Leistungsträgern Juraj Urban (Kreis) und Philip Forster (Rückraum) zu kämpfen. Bleiben diese angeschlagen, fehlt dem Klub auf Dauer wohl die nötige Breite im Rückraum, um ganz vorne anzugreifen. Ohnehin werden haltbare Prognosen von da an schwierig.

Gute Aussichten auf einen vorderen Platz dürfte auch der TV Merchweiler haben, bei dem das Spielsystem von Trainer Jonas Denk im zweiten Jahr auf der Bank immer besser greift. Auch mit dem TV Niederwürzbach, der aufgrund der berufsbedingten Pause von Maximilian Bölke einen seiner wichtigsten Leistungsträger verliert, ist zu rechnen.

Fragezeichen stehen hinter den zweiten Mannschaften der HG Saarlouis und des SV Zweibrücken, die beide erfahrungsgemäß mit dem Spagat zwischen A-Jugend-Einsätzen und erster Mannschaft zu kämpfen haben. Andererseits können sie aber auch Verstärkung aus dem Hut zaubern, sollte es doch einmal knapp werden.

Ähnlich sieht es beim TuS Brotdorf aus. Ist dessen Kader vollständig, ist ein Platz im gesicherten Mittelfeld realistisch. Ist er es nicht, muss der Blick wohl oder übel auf das hintere Tabellendrittel gerichtet werden, wo sich gleich eine ganze Reihe an Mannschaften das gleiche (Minimal-)Ziel gesetzt hat: möglichst frühzeitig die Klasse halten. Dieser Wunsch gilt für die HSG Fraulautern-Überrherrn, die nur dank des Rückzugs des HC Schmelz überhaupt die Klasse gehalten hatte, die beiden Aufsteiger HF Illtal II und SG Ommersheim/Aßweiler und die HSG Dudweiler-Fischbach.

Illtal möchste sich mit einer offensiven, aggressiven Abwehr und maximalem Tempo im Angriff in der Liga etablieren. Die SG Ommersheim/Aßweiler macht es da genau umgekehrt. Sie will ihren Konkurrenten ein eher gemächliches Spieltempo aufzwingen und so zum unangenehmen Gegner werden. Trainer Mike White bringt außerdem einen Faktor ins Spiel, der mit Zahlen und Statistiken nicht kalkuliert werden kann: „Die Derbys. Auf die freue ich mich ganz besonders.“ Denn das hat die Vergangenheit gezeigt: Geht es um die Ehre gegen den Lokal-Rivalen – egal ob zwischen dem HSV Merzig/Hilbringen und dem TuS Brotdorf, dem TV Niederwürzbach und der SGH St. Ingbert oder der HSG Dudweiler-Fischbach und dem TV Merchweiler –, spätestens ab dem Anpfiff spielt die Tabelle überhaupt keine Rolle mehr. Und das verspricht eine spannende und attraktive Saarlandliga-Saison.