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HSG TVA/ATSV Saarbrücken startet bei HSG Nordsaar in Saison in Saarlandliga

HSG TVA/ATSV Saarbrücken : Manchmal souverän, manchmal zu naiv

Der Handball-Saarlandligist HSG TVA/ATSV Saarbrücken startet mit fast unverändertem Kader in die Saison. Der Vize-Meister sieht sich selbst aber nicht als Titelkandidat.

„Den letzten Konditionstest haben wir hinter uns gebracht“, sagt Andreas Birk und lächelt breit. Der Trainer des Handball-Saarlandligisten HSG TVA/ATSV Saarbrücken scherzt über den Einsatz seiner Jungs beim Altenkesseler Dorffest und dem vorangegangenen Aktionstag. Birk erklärt: „Beim Aktionstag bekommen die Spieler immer eine Packliste mit Dingen, die sie mitbringen müssen. Manche brauchen sie für die Aufgabe des Tages, andere nicht. Was das ist, erfahren sie erst vor Ort. Letztes Jahr waren wir Wasserski fahren, diesmal zum Paintball.“ Beim Paintball wird mit Farbkugeln aufeinander geschossen.

Die Treffsicherheit unter Wettbewerbsbedingungen hatte Birks Mannschaft schon am vergangenen Donnerstag im letzten Vorbereitungsspiel gegen den Oberligisten HSG Dillingen/Diefflen erprobt. Trotz der 27:29-Niederlage war der Trainer mit dem Auftritt einverstanden. „Mich interessieren die Ergebnisse in den Vorbereitungsspielen wenig. Ich stelle der Mannschaft Aufgaben, die zu erfüllen sind. Jeder bekommt dabei seine Spielzeit“, berichtet Birk, der unter anderem aus Urlaubsgründen noch auf einige seiner Spieler verzichten musste.

Verletzt fehlendes Personal war ein Problem, das den Vize-Meister in der gesamten vergangenen Saison beschäftigte. Die Langzeitverletzten kommen nun nach und nach zurück – in unterschiedlichem Fitnesszustand. Rechtsaußen Dean Schacht zum Beispiel machte in der Partie gegen den HC Dillingen/Diefflen ein starkes Spiel und erzielte fünf Treffer. „Ich trage noch eine Bandage am Sprunggelenk, aber es wird von Tag zu Tag besser“, erklärt Schacht: „Die Vorbereitung war gut, ich bin bereit.“

Das will Daniel Konrad so noch nicht für sich in Anspruch nehmen. Der Kapitän hat sein letztes Pflichtspiel vor seiner Knieverletzung im September 2018 gemacht. „Im Training sieht es zwar ganz gut aus, im Spiel ist aber noch viel Luft nach oben“, sagt Konrad selbstkritisch. Er erklärt: „Ich treffe noch zu viele falsche Entscheidungen, es fehlt der Blick für den Mitspieler.“ Ein Problem auf der Rückraum-Mitte-Position.

Mit statistisch gesehen 29,8 Treffern pro Spiel stellten die „Saarbrücker Löwen“ in der vergangenen Saison den besten Angriff der Liga. Die im Schnitt 25,6 Gegentore, die der Vize-Meister kassierte, waren dem Trainer allerdings zu viel. Darum war vor allem die Stärkung der Abwehrleistung ein Hauptthema in der Saisonvorbereitung. Die Fortschritte waren im Testspiel gegen den HC Dillingen/Diefflen nur phasenweise zu erkennen. Gerade in der ersten Halbzeit kam der Oberligist immer wieder zu einfachen Toren. „Manche Situationen lösen wir souverän, dann stellen wir uns wieder zu naiv an“, sagt Birk, der mit Nicolas Gilscher nur einen Neuzugang integrieren musste. Der 1,93 Meter große Polizist kam von der HSG Köllertal und zeigte, dass er in Abwehr und Angriff eine Bereicherung für die weiter auf Tempo-Handball setzenden Saarbrücker sein kann.

Obwohl die HSG TVA/ATSV Saarbrücken Vize-Meister wurde und die Mannschaft kaum verändert wurde, zählt sie sich nicht zu den Titelkandidaten. „Das sind eindeutig der TV Homburg und die HSG Nordsaar, beide haben für diese Liga schon sehr gute Mannschaften“, sagt Birk. Zum Saisonauftakt müssen die Saarbrücker an diesem Samstag, 31. August, um 18 Uhr in der Sporthalle Marpingen gleich bei der HSG Nordsaar ran. „Das ist ein unangenehmer Gegner, bei dem wir noch nie wirklich gepunktet haben. Das spornt uns umso mehr an“, sagt Kapitän Konrad. Und er ergänzt: „Die Liga ist insgesamt noch stärker geworden.“