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Wieder mehr Erstimpfungen im Saarland laut RKI

Quote der Erstimpfungen nimmt wieder zu : Warum lassen sich die Saarländer wieder häufiger impfen?

Die Zahl der Erstimpfungen pro Woche im Saarland ist zum ersten Mal seit Wochen gestiegen. Doch woran liegt es, dass die Saarländer wieder impffreudiger werden? Gesundheitsministerium und Ärzteverband haben da Vermutungen.

Nach einer langen Flaute ist die Zahl der Corona-Erstimpfungen pro Woche laut Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) zum ersten Mal seit Juni wieder gestiegen. 8700 Saarländer haben sich in der vergangenen Woche zum ersten Mal piksen lassen – in der Vorwoche waren es noch 7680.

Insgesamt sind laut RKI nun 695.163 Saarländer mindestens einmal geimpft und 634.022 voll geimpft. Damit liegt das Saarland bei einer Erstimpfquote von 70,4 Prozent und einer vollen Impfquote von 64,2 Prozent. (Stand: 24. August 2021)

Doch woher kommt dieser plötzliche Wandel? Der Vorsitzende des Landesverbands der Kinder- und Jugendärzte Werner Meier erklärt auf Anfrage des Saarländischen Rundfunks, dass der Grund vermutlich die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur Impfung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren ist.

Mittlerweile könnten mögliche Risiken der Impfung in der Altersgruppe zuverlässiger beurteilt werden, erklärte die Stiko in der vergangenen Woche. Sie verwies auf nahezu zehn Millionen geimpfte Kinder und Jugendliche im US-Impfprogramm. Die Stiko empfahl Impfungen bei Kindern und Jugendlichen bisher nicht allgemein, sondern nur bei höherem Risiko für schwere Corona-Verläufe etwa wegen Erkrankungen wie Diabetes. Sie waren laut Stiko aber auch schon mit ärztlicher Aufklärung als individuelle Entscheidung von Kindern und Eltern möglich. Laut RKI sind bereits 24,3 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen in Deutschland mindestens einmal gegen Corona geimpft und 15,1 Prozent vollständig. Ab zwölf Jahren zugelassen sind die Impfstoffe von Biontech und Moderna.

Ein weiterer Grund könnte sein, dass Impfungen wegen mobiler Angebote immer leichter zu haben sind. Im Saarland sind bereits mehr als 10.000 Corona-Impfungen bei mobilen Angeboten verabreicht worden. Das gehe unkompliziert und ohne Termin: „Durch den Abbau bürokratischer Hürden können sich unsere Bürgerinnen und Bürger fast nebenbei impfen lassen“, teilte die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) mit. Solche Angebote seien für den weiteren Erfolg der Impfkampagne im Saarland „von zentraler Bedeutung“.