1. Saarland

Unwetter hält Einsatzkräfte in Atem

Unwetter hält Einsatzkräfte in Atem

Das Unwetter am gestrigen Morgen hielt die Feuerwehren in der Region auf Trapp. Einige Keller mussten vom Wasser befreit werden und auch Straßen wurden wegen Überflutung gesperrt.

Sulzbachtal/Fischbachtal. Manch einer dürfte sich gestern morgen mit Blick aus dem Fenster an das schwere Unwetter 2009 erinnert haben. Damals sind in vier Stunden 96 Liter Wasser pro Quadratmeter auf Quierschied niedergeprasselt. Der Schaden wurde von der Gemeinde auf 1,42 Millionen Euro geschätzt. Diesmal hielten sich die Schäden in Grenzen, obwohl einige Bäche der Region zeitweise bedenklich anschwollen und sich hier und da das Wasser seinen Weg aus der Kanalisation an die Oberfläche bahnte.So musste beispielsweise die Dudweilerstraße (L 255) in Camphausen in der Höhe des Grubengeländes für etwa zwei bis drei Stunden von der Polizei und dem Landesamt für Straßenbau gesperrt werden. "30 bis 40 cm hoch stand das Wasser auf der Fahrbahn", wie Erwin Paul, zuständig für die Feuerwehr beim Ordnungsamt der Gemeinde, erklärte. Zudem sei eine Einliegerwohnung im Wohngebiet "Auf der Brach" überflutet worden. Weitere Schäden blieben glücklicherweise aus, auch verletzt wurde niemand. Ähnlich das Bild in Dudweiler. Der Bach neben der St. Ingberter Straße (L 250) schwoll so stark an, dass er Gehölz aus dem Wald mit sich brachte und die Fahrbahn überflutete, wie die Beamten der Polizeiinspektion in Dudweiler erläutern. Auch hier musste für zwei bis drei Stunden gesperrt werden. Ein Blitzschlag habe zudem die Ampelanlage am Dudoplatz außer Gefecht gesetzt und zwei Gullydeckel seien durch die überlasteten Kanäle aus ihrer Fassung gedrückt worden. Auch die Gräben der Baustelle in der Wagenlück liefen voll Wasser. Von dort floss die Brühe auch in Kellerräume. Auch in Sulzbach wurde der Feuerwehr am gestrigen Morgen nicht langweilig. "Ein Keller in Hühnerfeld und einer in der Sulzbacher Stadtmitte standen unter Wasser", wie der Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr, Richard Plein, auf Anfrage der SZ erklärte. Hier mussten die Floriansjünger mit ihren Pumpen aushelfen. Unter den Opfern des Regens war auch der Turnverein Sulzbach, denn das Untergeschoss der Jahnturnhalle im Schnappacher Weg wurde durch den Regen, vermengt mit Abwasser, überflutet. Wasserschäden sind in einem Büro des Gebäudes und an einem Computer entstanden und auch die Holzvertäfelung wurde feucht. Zahlreiche Mitglieder des Vereins schöpften am Morgen mit Eimern und Schaufeln die letzten Pfützen aus der Halle.

Verhältnismäßig ruhig blieb es hingegen in Friedrichsthal. Nur ein Einsatz in der Bismarckstraße zwang die Feuerwehr zur Ausfahrt. "Wasser hat sich aus dem Kanal hochgedrückt und ist in einen Keller gelaufen", sagte Wehrführer Hans-Jürgen Meiser. Sonst sei alles glimpflich verlaufen.

 Am Waldhügel in Dudweiler transportierte der Regen Schmutz und Steine auf die Straße.
Am Waldhügel in Dudweiler transportierte der Regen Schmutz und Steine auf die Straße.
 Sascha Mutz hat mit dem Hochdruckreiniger den Kanal der Jahnturnhalle vom Unrat befreit.
Sascha Mutz hat mit dem Hochdruckreiniger den Kanal der Jahnturnhalle vom Unrat befreit.

Im benachbarten Köllertal hielten sich die Schäden ebenfalls in Grenzen. Erst 2010 wütete dort ein Unwetter und hinterließ schwere Schäden in Püttlingen. Die dortige Wehr musste damals Unterstützung aus Heusweiler und Riegelsberg anfordern. Ein Jahr zuvor hat es den Heusweiler Ortsteil Holz getroffen. Die Gemeinde richtete damals sogar eigens einen Sperrmülltermin ein, der die durch das Unwetter entstanden Schäden beseitigen sollte. Diesmal stand infolge des Starkregens kurz nach 8 Uhr nur die Straße unter der Saarbahnbrücke in Walpershofen unter Wasser. Die Ortsdurchfahrt musste kurzzeitig gesperrt werden.