1. Saarland

Über Facebook zum Fackelshooting

Über Facebook zum Fackelshooting

Andreas Ulrich will in der Fotografie neue Wege gehen. Am vergangenen Montag hat er im Homburger Talzentrum sein Fotostudio eröffnet. Dabei geht es ihm vor allem darum, aus jedem Menschen das Besondere herauszukitzeln.

Über zwei Etagen erstreckt sich das Fotostudio von Andreas Ulrich in der Talstraße, in dem er am vergangenen Montag Neueröffnung feierte. Alteingesessenen Homburgern ist die Adresse bekannt, denn bis vor kurzem war hier Foto Duppe ansässig. Nach dem Tod des ehemaligen Besitzers hat Andreas Ulrich, der schon einmal zehn Jahre lang ein Fotostudio in Homburg hatte, den Laden übernommen. Er hat manches gelassen und ein bisschen was umgebaut, um den Räumen seine persönliche Note zu verleihen, denn "Fotografie, wie ich sie betreibe, ist etwas Persönliches", sagt der Fotografenmeister. Seit mehr als 30 Jahren fotografiert er schon, wie vor ihm der Vater und der Großvater, der 1934 begann.

Body-Art

Viele Jahre lang betrieb Andreas Ulrich mehrere Fotostudios gleichzeitig, unter anderem auch Foto Eclair in Saarbrücken. Nach deren Verkauf übernahm er das Studio des Vaters in Völklingen - und nun Homburg. Seinen Bekanntheitsgrad, erzählt er, habe er mit gewischten Body-Arts erreicht, eine Mischung aus erotischer Fotografie und Malerei, wie sie auch in seinem Homburger Atelier hängen. Dass seine Vorliebe der erotischen Fotografie gilt, ist dort unschwer zu erkennen. Frauen, Männer, aber auch Paare zieren die Wände neben klassischen Porträts und Hochzeitsfotos, die er natürlich auch schießt.

Akt-Fotografie stellt für Andreas Ulrich die größte Herausforderung in der Fotografie dar, "denn man braucht Einfühlungsvermögen dafür und eine besonders gute Lichttechnik, um den Körper in Szene zu setzen". Denn längst nicht alle Kundinnen und -gelegentlich auch Kunden-, die zu ihm kommen, sind jung und haben Idealmaße. "Ich mache keine Modelfotografie, ich fotografiere normale Leute eins zu eins, und auch wenn es manchmal so wirkt, die Bilder sind fast nie im Nachhinein bearbeitet. Wir bauen echte Dekorationen und arbeiten mit einem Visagisten, damit es nachher perfekt und trotzdem natürlich aussieht."

Das Geschäft mit der nackten Haut boomt. "Es gibt ein Dorf in der benachbarten Pfalz, da habe ich fast alle Frauen erotisch fotografiert", erzählt er, "das geht alles über Mund-zu-Mund-Propaganda. Wenn eine Frau bei mir war und sich wohlgefühlt hat, erzählt sie das der Freundin weiter."

Andreas Ulrich will ausgetretene Pfade verlassen, neue Wege gehen in der Fotografie. Mit der klassischen Studiofotografie, sagt er, verdiene heute keiner mehr seinen Lebensunterhalt. Der Beruf des Fotografen ist heutzutage kein geschützter mehr, und so schießen Fotostudios wie Pilze aus dem Boden. Und um ein Passbild oder Bewerbungsfoto zu machen, sagt Andreas Ulrich, brauche man keinen Meister. Sein Anspruch aber ist ein anderer: "Zu mir kommen Leute, die sagen, es gäbe kein schönes Bild von ihnen. Ich versuche, das Besondere, das in jedem ist, herauszukitzeln. Und bisher ist es mir immer gelungen."

Völklinger Außenstudio

Er lässt sich immer wieder etwas Neues einfallen, um Menschen richtig in Szene zu setzen. So lädt er über Facebook zu seinen Fotoshootings ein, etwa zu Nachtaufnahmen mit Fackeln in seinem Völklinger Außenstudio, zu Beautyevents mit schrillen Make-ups oder zum Urban Shooting in der Homburger Innenstadt im nächsten Frühjahr. Und zu Weihnachten kann jeder ein Engel werden. Vom Baby bis zum Opa. Die passenden Flügel nebst Fotograf warten im Studio von Andreas Ulrich.

Ulrich Fotografie, Talzentrum 36 in Homburg, Telefon (01 52) 53 13 74 39.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 10 bis 12 Uhr und 14 Uhr bis 18 Uhr,

Samstag: 10 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung.

www.ulrich-fotografie.de