1. Saarland

Neue Glaskunst knüpft an alte Tradition an

Neue Glaskunst knüpft an alte Tradition an

Das Glas- und Heimat-Museum Warndt in Ludweiler zeigt ab heute Arbeiten von Professor Andreas Brandolini. Sie entstanden während dessen Kooperation mit dem Glaszentrum im lothringischen Meisenthal.

Für Burkhardt Valentin vom Heimatkundlichen Verein Warndt ist die aktuelle Ausstellung "die erste sichtbare Kooperation mit dem Glaszentrum in Meisenthal". Mit dem Kunsthistoriker Michael Jähne assistierte er Professor Andreas Brandolini von der Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBK) beim Aufbau seiner Werke im Glas- und Heimat-Museum Warndt in Ludweiler und freut sich über dessen viertes Gastspiel dort.

"Irgendwann in Meisenthal", hat der prämierte HBK-Professor für Möbel- und Ausstattungsdesign diese Schau seiner Glasobjekte im zweiten Stock des Museums überschrieben. Mit dem Titel bezieht er sich ganz programmatisch auf die lange Zeitspanne seiner Kooperation mit dem Centre International d'Art Verrier (CIAV), dem Internationalen Glaszentrum im lothringischen Meisenthal. Seit Anfang der neunziger Jahre und insbesondere seit seiner Zeit als Artdirector des CIAV (1996-2003) organisiert und leitet er dort Studentenworkshops und arbeitet an eigenen Entwürfen. "In der direkten Zusammenarbeit mit dem Glasbläser erfährt man das Glas ganz anders", hebt er hervor, wohl wissend, dass dies für einen Designer eine besonders wertvolle Erfahrung ist. "Man kann genau beobachten, wie sich das Material in den unterschiedlichen Zuständen verhält und was man damit machen kann", beschreibt er.

Um das Ganze zu untermalen, demonstriert Brandolini an einigen seiner Glasobjekte, wie er selbst vorgeht. Ausgangspunkt ist stets die historische Vorlage einer Glasform, mit deren Verwendung er "direkt auf die Erfahrung der Vorfahren und eine jahrtausendealte Tradition" zurückgreift. "Man muss nicht immer alles neu erfinden", sagt Brandolini, der seine gestalterische Fantasie von eben solchen Formen beflügeln lässt.

Dass es ihm bestens gelingt, vorgegebene Formen zu verändern und in vielfältiger Weise zu variieren, ist in dieser schönen Ausstellung eindrucksvoll zu verfolgen. So hat er beispielsweise ausgehend von einem traditionellen französischen Mazagran-Kaffeegefäß verschiedene Gläser und Vasen in unterschiedlichen Farben kreiert. Mit der Veränderung des Nutzens geht bei ihm stets eine Transformation der Form einher. So können Vasen etwa mit Henkeln versehen werden, die als i-Tüpfelchen auch noch nach unten zeigen und so einen humorigen Aspekt einbringen. Spätestens dann, wenn er auf seine "Taugenichtse" hinweist - höchstens als Briefbeschwerer verwendbare Glasobjekte, an denen er sich in unterschiedlichen Dekorformen erprobte - ist klar, dass das Spielerische und das Kreative bei ihm Hand in Hand gehen.

"Irgendwann in Meisenthal" - Glasobjekte von Andreas Brandolini. Bis 8. Dezember. Glas- und Heimat-Museum Warndt, Am Bürgermeisteramt 5, Völklingen-Ludweiler. Dienstag bis Samstag, 14 bis 18 Uhr. Eröffnung heute, 18 Uhr.