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Gewerkschaften lassen Muskeln spielen
Streiks in Frankreich treffen viele Saarländer!!

Paris: Leere Bahngleise im Bahnhof Gare de Lyon.
Paris: Leere Bahngleise im Bahnhof Gare de Lyon. FOTO: dpa / Francois Mori
Saabrücken/Paris. Von Saarbrücken nach Paris fuhren gestern keine Züge. Die Saarbahn machte an der Grenze halt. Von Hélène Maillasson
Hélène Maillasson

Mit einem massiven Bahnstreik stellen französische Gewerkschaften Staatschef Emmanuel Macron vor seine bislang größte Kraftprobe. Zum Auftakt einer auf drei Monate angelegten Streikwelle gegen die Reform der Staatsbahn SNCF brachten sie gestern große Teile des Zugverkehrs im Land zum Stillstand. Das hatte auch Folgen für zahlreiche Saarländer. Die direkten Schnellzugverbindungen zwischen Saarbrücken und Paris fielen aus. Auch alternative Strecken mit Umwegen über Luxemburg und Metz wurden teilweise gestrichen.


Im Nachbar-Département Moselle fuhren im Durchschnitt zwei von zehn Schnellzügen und lediglich eine von zehn Regionalbahnen. Wer von Saarbrücken nach Forbach oder Metz wollte, hatte immerhin eine Ersatzlösung, denn die SNCF stellte Busse zur Verfügung.

Der erste von 36 geplanten Streiktagen bis Ende Juni wirkte sich auch auf den Betrieb der Saarbahn aus. Denn obwohl laut SNCF sich nur knapp 34 Prozent der Mitarbeiter am Streikauftakt beteiligten, waren 77 Prozent der Zugführer und 39 Prozent der Fahrtdienstleiter nicht im Dienst. So musste die Saarbahn ihre Fahrt in Hanweiler beenden. Die restliche Strecke wurde von Bussen des SaarVV übernommen.



Heute wird eine ähnliche Situation erwartet. Von morgen an soll der Bahnverkehr dann zunächst wieder regulär laufen, wobei es dauern dürfte, bis sich die Lage normalisiert. Die nächsten Streiktage sind dann am Sonntag und Montag vorgesehen. Entscheidend für den Erfolg der Aktionen wird sein, ob die Eisenbahner einen langen Atem beweisen – und wie die Franzosen auf die Ausfälle reagieren.