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So sieht der Arbeitsmarkt im April in St. Wendel aus

Arbeitsmarkt im St. Wendeler Land : 760 Unternehmen melden Kurzarbeit an

Corona-Krise lässt die Arbeitslosenquote auch im Landkreis St. Wendel steigen.

Die Agentur für Arbeit Saarland zählte im April 1873 Arbeitslose im Landkreis St. Wendel. Die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer hat sich gegenüber dem Vormonat um 263 erhöht. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren bei Agentur für Arbeit und Jobcenter 287 Arbeitslose mehr gemeldet (plus 18,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag mit 3,3 Prozent um 0,1 Prozentpunkte sowohl 0,6 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats wie auch des Vorjahres.

„Die Arbeitslosigkeit ist von März auf April stark gestiegen. Üblich wäre im saisonalen Verlauf ein Rückgang. Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Zahl der Arbeitslosen ebenfalls deutlich höher. Von dieser negativen Entwicklung sind sämtliche Personengruppen betroffen“, so Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland. „Für die Steigerung der Arbeitslosigkeit gibt es verschiedene Ursachen. Einerseits haben sich aufgrund der Corona-Situation die Arbeitslosmeldungen aus Erwerbstätigkeit extrem erhöht. Demgegenüber stellen Betriebe derzeit kaum noch ein. Vor allem findet die sonst übliche Frühjahrsbelebung in diesem Jahr nicht statt. Es wirkt sich natürlich auch aus, dass die Arbeitsagentur den Arbeitsmarkt nicht wie sonst mit Hilfe ihrer Fördermöglichkeiten entlastet“, ergänzt Haßdenteufel.

Die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit lässt die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt deutlich erkennen. Die Zahl der geprüften Anzeigen und der darin genannten Personen ist von März auf April nochmals gestiegen. Bisher haben 760 Unternehmen im Landkreis St. Wendel bei der Agentur für Arbeit Kurzarbeit angemeldet. Die Anzeigen kommen aus nahezu allen Branchen. Schwerpunkte sind die Arbeitnehmerüberlassung, der Handel, das Verarbeitende Gewerbe und das Gastgewerbe. Für insgesamt mehr als 7700 Personen wurde bisher Kurzarbeit angemeldet.„Würde die Arbeitsagentur im Moment nicht über Kurzarbeitergeld eine starke Brücke für viele Betriebe bauen, wären noch deutlich mehr Männer und Frauen von Arbeitslosigkeit betroffen und viele Unternehmen in ihrer Existenz bedroht“, erläutert Haßdenteufel.

Bei der Agentur für Arbeit lag die Zahl der Arbeitslosen im April bei 1013, das waren 140 mehr als im März und rund ein Drittel mehr als vor einem Jahr. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um fast ein Drittel auf 134 im Vergleich zu März. Gegenüber dem Vorjahresmonat hat sich die Zahl drastisch erhöht (plus 63 bzw. 88,7 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50-plus lag bei 474. Sie hat sich gegenüber dem Vormonat um 37 erhöht. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl um mehr als ein Viertel erhöht.

So sieht die Entwicklung in der Grundsicherung aus: Beim Jobcenter im Landkreis St. Wendel waren im April 860 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 123 mehr als im März. Damit lag die Zahl der Arbeitslosen um 36 über dem Vorjahreswert. Jugendarbeitslosigkeit ist im Bereich der Grundsicherung in geringfügigem Umfang vorhanden. Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag im April bei 22. 232 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vormonat um 15 erhöht und gegenüber dem Vorjahr um 19 verringert. 29,4 Prozent der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen waren gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im April 253. Gegenüber dem Vormonat ist dies ein Anstieg um ein Zehntel, gegenüber dem Vorjahr ein geringfügiger Rückgang (minus 2,3 Prozent).

„Die Situation auf dem Stellenmarkt hat sich gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahresmonat deutlich verschlechtert. Die derzeitige Pandemie hinterlässt drastisch Spuren. In einigen Wirtschaftsbereichen kommen Stellenbesetzungen fast zum Erliegen“, so Haßdenteufel.

Arbeitslose in der Region St. Wendel Foto: SZ/Müller, Astrid

Im April wurden 43 Stellen zur Besetzung gemeldet, zwei Drittel weniger als im Vormonat und fast 80 Prozent weniger als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn wurden 430 offene Stellen gemeldet, rund 45 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Aktuell stehen 570 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung (minus 27,7 Prozent zum Vorjahr). Im Landkreis St. Wendel wurden seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober 451 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 41 weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig suchten 426 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, 32 weniger als vor einem Jahr. Am statistischen Zähltag im April waren noch 330 Stellen unbesetzt und 250 Jugendliche unversorgt.