Verschönerungskur für Rosselmündung

Wehrden · Der Völklinger Stadtrat beschließt eine Neugestaltung der Umgebung der Rosselmündung für (nach jetzigem Stand) 230 000 Euro. Und plant dabei auch eine bis zuletzt umstrittene Rampe für Radfahrer ein.

Die Rosselmündung bei der Wehrdener Saarbrücke soll besser in Szene gesetzt werden. Dies beschloss nun der Stadtrat mit großer Mehrheit. Wildwuchs soll beseitigt, die Landzunge in Blickrichtung Weltkulturerbe zu einem Aussichtspunkt und Ort zum Rasten ausgestaltet werden. Am Ufer entsteht eine kleine Arena mit hohen Stufen, die auch als Sitzgelegenheiten dienen, und oben ist bereits ein Sockel für eine Fährmann-Skulptur (siehe "Stichwort") vorgesehen. Zudem soll - und dies war bis zuletzt im Rat umstritten - eine Rampe gebaut werden, die Radfahrer von der Rossel-Seite aus auf die Brücke führt.

Das Projekt, geplant vom Saarbrücker Büro Bard & Sauther, soll nach jetzigem Stand 230 000 Euro kosten. Die Stadt setzt auf einen Zuschuss von 50 Prozent aus dem so genannten Interreg-Programm "Das Blaue Band", bezahlt von der EU. Hier läuft aber eine Frist bis zum Jahresende. "Die Fördergelder warten nicht", mahnte Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) diskussionsfreudige Ratsmitglieder wie Franz-Josef Petry (ebenfalls CDU). Petry zog den Sinn der Rampe in Zweifel und empfahl, die Radfahrer stattdessen über die nebenan liegende Schiffsanlegestelle auf die Brücke zu leiten. Wolfried Willeke (SPD) verwies dagegen auf die Gesamtkosten. Bei der Rampe handele es sich "laut Verwaltung" um einen Betrag von 35 000 Euro. "Die reichen nicht aus", warnte Petry.

Radler gelangen derzeit auf zwei Wegen vom Saar-Radweg auf die Brücke: aus Richtung Saarbrücken über eine Treppe mit fünf Stufen, in die eine Schiene zum Mitziehen des Zweirades eingelassen ist. Wer unter der Brücke hindurchfährt oder aus anderer Richtung auf sie zukommt, stößt direkt auf die noch aus Alt-Oberbürgermeister Hans Netzers (SPD) Zeiten stammende Schiffsanlegestelle. Von ihr aus führt eine breite Rampe nach oben, die auch für Rollstuhlfahrer geeignet ist. Das Weltkulturerbe ist zwar an der Brücke für Radler bereits im Blick, doch der Weg dorthin ist nur mit der Aufschrift "Völklingen Bahnhof" ausgeschildert.

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StichwortVom Fährmann ist bereits seit 2007 die Rede: einer Skulptur, die an die Fährstation bei Wehrden erinnern soll. Studenten der Hochschule für Bildende Kunst Saar haben mit Professor Georg Winter eine Figur aus mit Glasfaser verstärkten Kunststoff entworfen, die inklusive Sockel 4,50 Meter hoch werden soll. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Saarbrücken stiftet das Objekt und hat bereits 30 000 Euro überwiesen. er