Erst Autos, nun Stolpersteine

Erst sorgte der Autoverkehr in der Dudweiler Fußgängerzone für Aufregung, nun seine Folgen. Viele der Pflastersteine sind lose und eine erneute Verlegung der Steine bringt laut Stadt kaum dauerhaften Nutzen.

Lose Pflastersteine und ein Flickenteppich aus Asphalt zieren die Dudweiler Fußgängerzone. Erst Anfang dieser Woche berichtete uns eine Leserin aus Dudweiler von den Gefahren für Fußgänger. Die 77-Jährige sagt: "Aus heiteren Himmel bin ich gefallen wie ein Stein. Ich war vollkommen überrascht, und als ich mich umgesehen habe, entdeckte ich die losen Pflastersteine. Eine Frau hat mir wieder aufgeholfen." Glücklich der Umstand, dass der Frau aus Dudweiler nichts Schlimmeres passiert ist. Nur kleinere Prellungen an der Schulter habe sie davongetragen, berichtet sie. "Ich bin glücklich gefallen. Doch in der Fußgängerzone sind viele ältere Leute unterwegs, da kann man sich schnell was brechen", sagt die sehr rüstige Seniorin. Auch mit dem Ordnungsamt habe sie sich in Verbindung gesetzt, um den Vorfall vorzutragen.

Thomas Blug, Pressesprecher der Stadt Saarbrücken erklärt, dass das Pflaster durch die Verkehrsbelastung in den vergangenen Jahren geschädigt worden sei. Seit Ende Mai bemühe sich die Stadt jedoch darum, die schadhaften Stellen mit Asphalt auszubessern. Die Wahl des Belages soll ein Versuch sein, den Bodenbelag "optisch an das Pflaster anzupassen", erklärt Blug. Das Pflaster neu zu verlegen sei zurzeit leider nicht möglich. Der Untergrund wurde zu stark in Mitleidenschaft gezogen, so wären neu verlegte Pflastersteine schnell wieder lose. Bisher habe man fünf schadhafte Stücke mit Asphalt saniert, drei Bereiche müssten noch repariert werden, sagt Blug. Dies soll jedoch erst nach der Kirmes Mitte September geschehen, eine Generalsanierung der Fläche sei derzeit nicht geplant. Allerdings erklärt der Stadtpressesprecher auch, dass für Schäden, die durch eine mangelnde Verkehrssicherheit entstehen, die Stadt aufkommen müsse.

Der Auto- und Lastverkehr ist seit Jahren Thema im Stadtbezirk, denn nicht nur Zulieferer der Geschäfte, die hier verkehren dürfen, sondern auch Autofahrer nutzten die Fußgängerzone als Durchgangsstraße. Versenkbare Poller sollten eigentlich für Ruhe sorgen, doch diese waren schon häufig kaputt.

Zuletzt hatten wir darüber berichtet, dass auch Taxifahrer nach 11 Uhr die Fußgängerzone nicht mehr ansteuern dürfen (SZ vom 14. Juni). Da aber auch einige Ärzte ihre Praxen in diesem Bereich haben, sorgten sich gerade ältere Patienten, dass ihnen der Gang zum Arzt mit dieser Entscheidung unnötig erschwert wird.