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Über Wörschweiler öffnete sich der Blueshimmel

Über Wörschweiler öffnete sich der Blueshimmel

Volksnah, tiefgründig und natürlich auch musikalisch ging es am Donnerstag auf dem Wörschweiler Klosterberg zur Sache. 130 Freunde der Blues-Musik und solche, die es vielleicht noch werden, lauschten der Zweibrücker Formation Blues-Himmel.

Es war ein Donnerstagabend, der vor eindrucksvollen Bildern im Kopf und vor dem Auge nur so strotzte: Unter dem Dach eines tiefblauen Sommerhimmels gab es auf dem Wörschweiler Klosterberg als Abschluss der Konzertreihe "Kultur im Museum" den Auftritt von Blues-Himmel. Und je nach Perspektive waren die Musiker um Bandleader Michael Wack entweder vor den Ruinen des Klosters Wörschweiler dem spirituellen Himmel ganz nah oder dem über Wörschweiler. So oder so: An diesem Abend war man irgendwie immer mit Blues-Himmel im Blueshimmel.

Dafür sorgte die Zweibrücker Band nicht nur dank ihres Namens, sondern auch mittels witzigem, nachdenklichen, geschichtsbewussten und zeitgeistigem Mundart-Blues, musikalisch auf durchweg hohem Niveau und "pfälzisch-direkt". Michael Wack als Stimme und an einer von zwei Gitarren, sein ebenfalls "sechssaitiger" Partner Vinzenz Wolf, Thomas Girard an Saxofon und Querflöte, Andrea Tognoli am Bass, Philip Freyer an der Geige und Benjamin Pfahler am Schlagzeug erzählten viele Geschichten im charmanten Sprach-Kleid ihrer pfälzischen Heimat.

Vor dem Konzert nahm sich die Band gerne Zeit, um ihren "himmlischen Blues" zu erklären. Da wäre zum Beispiel der Band-Name. "Nach dem werde ich natürlich öfter gefragt", erzählte Michael Wack. "Der Blues-Himmel ist der Ort, an dem die ewige Blues-Session läuft, wo die ganzen Cracks schon sitzen und kräftig spielen. Und ich habe mir überlegt, dass ich, wenn ich einmal nicht mehr bin, genau dort landen will."

Ist Blues noch zeitgemäß? Auch diese Frage ließ die Band nicht unbeantwortet. "Der Blues erneuert sich. Davon merken die meisten allerdings nicht viel, weil Blues kaum Platz im Radio hat." Für Blues-Himmel gehe es aber, dem Namen zum Trotz, nicht immer um Blues, "wir sind in alle Richtungen offen", so Wack. "Aber wenn wir den Blues spielen, dann haben wir alle die Mundwinkel oben. Da sind wir alle musikalisch zu Hause." Dass man dabei auch mit den Klischees des Blues spiele, das gehöre zum Programm der Band.

Und eben dieses Programm begeisterte, nicht nur Wörschweilers Ortsvorsteher Reinhold Nesselberger und den Kulturbeigeordneten Raimund Konrad, sondern auch die mehr als 130 Gäste auf dem Klosterberg - die mehr als einmal rhythmisch klatschend ihren himmlischen Blues bekamen.