Die Menschen mitnehmen

Im kommenden Jahr soll der Nationalpark Hochwald-Hunsrück auf rund 10 000 Hektar Fläche gegründet werden. Das will gut geplant sein. Eine wichtige Aufgabe dabei übernimmt das Starterteam. Es plant konkrete Projekte wie die Bekämpfung des Borkenkäfers, widmet sich aber auch stark der Öffentlichkeitsarbeit. Über die Arbeit des Starterteams informierte sich Umweltminister Reinhold Jost.

Ulrich Christ (links) zeigt Umweltminister Reinhold Jost (rechts) eine Borkenkäferfalle.

Ulrich Christ öffnet das schmale Plastikkästchen. In ihm wuseln kleine schwarze Punkte: Borkenkäfer. "Das hier sind mehr als 1000 Tiere", sagt Christ, im Starterteam des Nationalparkes Hunsrück-Hochwald ist er zuständig für den Waldschutz. Dazu zählt die Bekämpfung des Borkenkäfers.

Vor Ort im Wald von Eisen erklärt der Experte, wie eine Käferfalle funktioniert, wie die Käferpopulation beobachtet wird, damit die Förster die Ausbreitung rechtzeitig eindämmen können. Borkenkäfermonitoring heißt dies in der Fachsprache.

Drei solcher Beobachtungsstellen gibt es im Nationalpark, eine davon in Eisen. Zu jeder gehören vier Borkenkäferfallen, die regelmäßig kontrolliert werden. "So können wir auch feststellen, wann der Schwärmflug der Tiere ist." Teil der Beobachtungsstelle sind auch vier gefällte Fichtenstämme, die nebeneinander liegen. Hellbrauner feiner Holzstaub zeigt, dass die Käfer sich hier eingenistet haben.

Hier lassen sich zum Beispiel die Entwicklungsstadien gut beobachten. "Ziel ist es, dass sich der Käfer nicht über die Grenze des Parkes hinaus ausbreitet", erklärt Christ. Deshalb stehe eine 1000 Meter breite Zone innerhalb des Parkes direkt an der Grenze unter besonderer Kontrolle. Breite sich hier der Käfer aus, müsse man reagieren. Die befallenen Bäume müssen dann gefällt und abtransportiert werden.

Der Abstecher zur Monitoringstelle gehört zum Besuchsprogramm des saarländischen Umweltministers Reinhold Jost. Gemeinsam mit dem Nonnweiler Bürgermeister Franz Josef Barth und dem SPD-Landtagsabgeordneten Magnus Jung informiert er sich vor Ort über die Arbeit des Starterteams des Nationalparkes.

Dieses zehnköpfige Team leitet Claus-Andreas Lessander. Im Jagdhaus Weißelshaus stellt Lessander die Arbeit des Starterteams vor. Dieses habe unter anderem die Aufgabe, bis zur Verwirklichung des Parkes im kommenden Jahr den Kontakt zu der Bevölkerung zu halten, das Nationalparkamt vorzubereiten. Somit sei man ein Außenposten der Umweltministerien von Rheinland-Pfalz und Saarland.

Der Nationalpark entsteht inmitten einer Kulturlandschaft. Deshalb müsse das Gebiet gemanagt werden, der Außenbereich geschützt werden, so der Leiter des Starterteams. Das gelte zum Beispiel für das Wildtiermanagement, die Borkenkäfer-Problematik und das Brennholz-Konzept. "All das müssen wir jetzt vorbereiten, dass es sofort mit Gründung des Parkes funktioniert", so Lessander. Hinzu kommen die Regionalentwicklung und die Öffentlichkeitsarbeit: "Die Menschen wollen ja von dem Nationalpark profitieren." Rein aus Naturschutzgründen müsse man eigentlich gar nichts machen. Lessander: "Da bräuchte es nur eines: Geduld."

"Das, was wir machen, müssen wir der Bevölkerung näher bringen", unterstrich auch Umweltminister Reinhold Jost. Am Ende müssten sich die Menschen mit dem Park identifizieren. Das saarländische Kabinett wie auch der saarländische Landtag seien dabei, die rechtlichen Voraussetzungen für den saarländischen Teil zu schaffen, ebenso die rheinland-pfälzischen Gremien. Zudem plane man zurzeit das saarländische Eingangstor des Parkes am Fuße des Hunnenringes, das ein Teil des Keltengehöftes werden wird. Ein Gutachten zum Zentralgebäude sei in Arbeit. An der Verwirklichung werde sich auch das Land beteiligen. Jost: "Wir sind mit im Boot, für uns ist das ein Leuchtturmprojekt."

Der Nohfelder Förster Konrad Funk, einziges saarländisches Mitglied im Starterteam, gab in einer Diashow einen kleinen Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt des Parkes: "Ich will den Blick lenken auf die kleinen Schönheiten direkt vor der Haustüre." Was ihm so gut gelang, dass der Umweltminister vorschlug, aus diesen tollen Bildern ein Buch zu machen.