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Der Kübel im Haus ersetzt die Feuerwehr!?

Der Kübel im Haus ersetzt die Feuerwehr!?

Noch hat Weiten einen kleinen, aber schlagkräftigen Löschbezirk. Damit das auch so bleibt, sucht man fleißig nach jungen Menschen, die sich bei der Wehr engagieren möchten. Die Löschkübel-Aktion sorgte jedenfalls für einiges Aufsehen im Ort.

Alles im Eimer? Mitnichten: Damit aus einem Schwelbrand kein Großfeuer wird, ist die Feuerwehr Weiten auf außergewöhnliche Art und Weise auf Mitgliedersuche gegangen. Jeder Haushalt des Mettlacher Ortsteils am Rande zu Rheinland-Pfalz erhielt in der vergangenen Woche einen Haushalts-Löschkübel.

Ein Handzettel, quasi die Gebrauchsanweisung, informiert über das Verhalten im Brandfall: Ruhe bewahren - Als erstes Brand melden, Telefon 112: Rufen Sie die Feuerwehr an! Zweitens: zirka zehn Minuten abwarten: Hoffen, dass die Feuerwehr kommt. Drittens: Keine Feuerwehr vor Ort: Haushalts-Löschkübel mit Wasser befüllen! Und viertens: Wenn Feuer zu groß, Nachbarn informieren, Kübelkette bilden.

Wem diese Anweisungen merkwürdig vorkommen, wird dann aufgefordert, auch die Rückseite zu lesen. Hier weist die Feuerwehr Weiten auf die drohenden Gefahren fehlender Feuerwehrleute infolge des demografischen Wandels hin.

Noch hat Weiten mit seinen 1250 Einwohnern einen kleinen, aber schlagkräftigen Löschbezirk: Löschbezirksführer Erwin Schönberger verfügt über 22 bestens motivierte Aktive. Die Jugendfeuerwehr befindet sich im Neuaufbau, und ihr gehören derzeit vier Jungen und vier Mädchen an. Darüber hinaus existiert seit fünf Jahren ein aktiver und engagierter Feuerwehr-Förderverein mit rund 50 Mitgliedern, der im letzten Jahr zusammen mit der Wehr das Gerätehaus vorbildlich saniert hat. Alles in Eigenregie - und das zeigt eine der besonderen Stärken der Feuerwehr in Weiten, die Mitglieder sucht, ganz gleich, ob als Seiteneinsteiger bei den Aktiven, ob beim Nachwuchs in der Jugendfeuerwehr oder im Förderverein: Die Kameradschaft wird in Weiten besonders groß geschrieben.

Zudem informierte der Löschbezirk Weiten im Gerätehaus über seine Arbeit. Für Erwin Schönberger, Löschbezirksführer von Weiten und stellvertretender Wehrführer der Feuerwehr Mettlach, steht fest: "Die Aktion lief richtig gut. Wir konnten schon die Jugendfeuerwehr aufstocken, und auch bei den Aktiven haben sich mehrere Neuzugänge gemeldet. Interessenten sind nach wie vor herzlich willkommen. Auch für den Freundeskreis suchen wir ständig neue Mitglieder."

Die Eimer-Aktion hat die Feuerwehr in Weiten übrigens komplett aus eigener Tasche finanziert: Für 450 Eimer hat sie rund 800 Euro bezahlt. Auch die Jugendfeuerwehr hat aktiv mitgewirkt. Ihre Mitglieder haben die Beschriftungen aufgeklebt.

Interessenten können sich an Löschbezirksführer Schönberger wenden.

www.feuerwehr-weiten.de