Der Gemeinderat Marpingen nach der Kommunalwahl

Wahlanalyse : Sozialdemokraten legen in Marpingen zu

Für die die absolute Mehrheit reichte es bei der SPD nicht. Sie und drei weitere Parteien ziehen in den Gemeinderat ein.

Bürgermeister Volker Weber (SPD) hatte es vor der Wahl prophezeit. „In Marpingen gibt es immer ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und CDU“, sagte er gegenüber der Saarbrücker Zeitung. Und damit sollte er recht behalten. Während die Sozialdemokraten insgesamt 46,7 Prozent (2969 Stimmen) aller Wähler für sich gewinnen konnten, stimmten 41 Prozent (2607 Stimmen) der Berechtigten für die Christdemokraten.

„Wir sind sehr froh, dass uns dieses Ergebnis gelungen ist“, sagt SPD-Spitzenkandidat Volker Weber. Das zeige, dass die Partei auch gegen den Bundestrend gute Resultate einfahren könne. Vier Prozentpunkte hat die SPD in Marpingen gegenüber der Wahl von vor fünf Jahren hinzugewonnen. Statt mit 14 wird sie in Zukunft mit 16 Mandatsträgern im Gemeinderat vertreten sein. „Damit haben wir unser Ziel erreicht“, ist Weber zufrieden. Dass die Sozialdemokraten mehr Wähler von sich überzeugen konnten, liegt seiner Ansicht nach an den handelnden Personen vor Ort. Sie würden Bürgernähe leben und nicht nur als Etikett tragen.

Insgesamt 33 Sitze gibt es im Marpinger Gremium. Mit 16 Sitzen erreicht die SPD folglich nicht die absolute Mehrheit. „Wir werden jetzt Gespräche mit der Partei die Linke führen. Die zurzeit schon als unser Koalitionspartner agiert“, kündigt Weber an. Insgesamt steht die Links-Partei nun bei 5,3 Prozent (336 Stimmen, minus 3,6 Prozentpunkte). Ihr steht somit ein Sitz im Gremium zu. Außerdem wollen die Sozialdemokraten auf die Grünen zugehen, die sieben Prozent (445 Stimmen, plus 3,6 Prozentpunkte) der Stimmen auf sich vereinigen konnten und zwei Sitze im Rat erhalten. „Ob wir da zusammenkommen, werden wir sehen“, sagt Weber.

Die Christdemokraten werden also weiterhin als Opposition agieren müssen. „Die Themen, die wir im Wahlkampf hatten, werden wir auch versuchen durchzudrücken“, erklärt CDU-Spitzenkandidat Peter Keßler. Doch er rechnet auch in Zukunft mit einer guten Zusammenarbeit im Gemeinderat. Viele Ziele von SPD und CDU würden sich ohnehin überschneiden. „Die können wir dann gemeinsam angehen“, ist Keßler überzeugt. 41 Prozent der Bürger voteten für die Christdemokraten, ein Minus von vier Prozentpunkten. „Wir haben damit gerechnet, dass es schwer wird“, gibt Keßler zu. Er glaubt jedoch nicht, dass die CDU Fehler gemacht habe. „Ich denke, dass die SPD dieses Ergebnis Bürgermeister Volker Weber zu verdanken hat“, analysiert der CDU-Spitzenkandidat.

Übrigens: Die Wahlbeteiligung lag in der Gemeinde Marpingen bei insgesamt 75,3 Prozent. 6583 von 8740 Wahlberechtigten haben den Gang ins Wahllokal angetreten und ihr Kreuz gesetzt.

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