Gemeinderat: SPD und CDU in Großrosseln gleichauf

Kommunalwahl : Gemeinderat: SPD und CDU gleichauf, AfD und Linke drin

Die Wahlbeteiligung in der Gemeinde Großrosseln war am Sonntag rekordverdächtig: 71,4 Prozent der 6816 Wahlberechtigten nahmen an der Bürgermeister- und Gemeinderatswahl teil. 2014 waren es mit 57,59 Prozent bei der Gemeinderatswahl deutlich weniger.

Während bei der Bürgermeisterwahl der SPD-Kandidat Markus Ernst verlor, lagen die Sozialdemokraten bei der Wahl des Großrosseler Gemeinderats vorn: Auf die SPD entfielen 44,3 Prozent der Stimmen. Das ist aber deutlich weniger als bei dem klaren Wahlsieg 2014, als die Sozialdemokraten über 51,6 Prozent jubeln durften. Somit hatte Bürgermeister Jörg Dreistadt in den vergangenen fünf Jahren eine solide Mehrheit im Gemeinderat.

Die CDU kam am Sonntag auf 41,2 Prozent, ein Plus von über vier Prozent gegenüber 2014. Was nun dazu führt, dass beide Parteien je zwölf Sitze haben. Die Linke erobert mit 5,3 Prozent einen Sitz, die AfD holte 6,9 Prozent der Stimmen und bildet mit zwei Vertretern künftig die dritte Fraktion. Die FDP schafft es mit 2,4 Prozent nicht in den Gemeinderat.

Das wird nicht einfach für den neuen Bürgermeister Dominik Jochum (CDU). Er kann sich nicht auf eine Mehrheit im Gemeinderat stützen. Denn die CDU wird sich kaum mit der AfD die Mehrheit sichern wollen. Jochum, der politisch noch wenig Erfahrung vorweisen kann, wird also viele Gespräche mit der SPD führen müssen, um klare Mehrheiten im Rosseler Gemeinderat zu organisieren.

Interessant dürfte auch die Wahl des Vorstehers im Ortsrat Großrosseln werden. Hier entscheidet der Vertreter der Linkspartei, wer die Nase vorne hat. Denn SPD und CDU haben jeweils fünf Sitze. Der bisherige Ortsvorsteher Jörg Steuer (SPD) könnte erneut kandidieren. In den anderen Ortsräten ist die Sache klar, weil jeweils nur die großen Parteien vertreten sind. Dorf im Warndt, Emmersweiler, Naßweiler und St. Nikolaus gehen an die Sozialdemokraten und Karlsbrunn an die CDU.

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