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Schüler aus Marpingen auf Studienfahrt in Paris

Studienfahrt nach Paris : Wo sonst nur Politiker diskutieren

Gemeinsame Studienfahrt der Gemeinschaftsschule Marpingen und des Lycée Schuré de Barr zu den politischen Institutionen Frankreichs.

(red) Einmal den Platz von François Mitterand, Victor Hugo oder Raymond Poincaré einnehmen. Für 21 Schüler der Gemeinschaftsschule Marpingen war genau dies auf ihrer gemeinsamen Studienfahrt mit ihren Partnerschülern des Lycée Schuré de Barr zu den politischen Institutionen Frankreichs nach Paris möglich. Sie hatten die Gelegenheit, im Sénat, der zweiten Parlamentskammer in Frankreich, zumindest vorübergehend den Platz ehemaliger Staatspräsidenten, Philosophen und Schriftsteller unseres Nachbarlandes einzunehmen.

Die sechstägige deutsch-französische Studienfahrt nach Paris ist Teil des Projektes, saarländische und elsässische Schüler miteinander und das jeweilige politische System und die politischen Debatten im Nachbarland bekannt zu machen. Seit 2016 erhalten 50 bis 60 Jugendliche jeder Klassenstufe zwölf beziehungsweise der première beider Schulen diese Gelegenheit, berichtet die Schule weiter.

Muriel Nickels und Markus Mörsdorf haben das Projekt 2016 initiiert und werden unterstützt von Alexandre Bourgeois und Kristina Barnewold. Alle vier wollen nach eigenen Angaben nicht nur politische Kenntnisse vor Ort vermitteln, sondern auch interkulturelle Erfahrungen ermöglichen.

Alle Führungen, Vorträge, Debatten werden bilingual geführt. Neben der Besichtigung des Schlosses von Versailles und des Musée d’Orsay mit seinen impressionistischen Meisterwerken, einer Street-Art-Führung im Quartier Belleville, dem Musée du Parfum und der großen Mosquée de Paris mit ihrem Tee-Haus waren drei Programmpunkte politischer Natur. Auf Einladung des Abgeordneten Antoine Herth (Partei république-en-marche) aus dem elsässischen Séléstat konnte nicht nur die Französische Nationalversammlung, die Assemblée Nationale, in ihren historischen Gebäuden des Palais Boubon besichtigt, sondern auch an einer Parlamentsdebatte teilgenommen werden. Zumindest in Grundzügen verfolgten viele diese hitzige Diskussion um die Reform des politischen System Frankreichs, was später in persönlichen Gesprächen mit den Lehrern vertieft und reflektiert wurde. Die zweite Parlamentskammer Frankreichs, der Sénat, bildet aktuell gerade einen großen Streitpunkt bei dieser Reform, wirft man ihm beziehungsweise den Senatoren doch eine gewisse Weltenthobenheit vor. Zumindest was die historischen Räume im Palais du Luxembourg anging, konnten auch die Saarländer dieser Kritik folgen: In einer aus deutscher Sicht unvorstellbarer Pracht und historischen Aufgeladenheit debattieren hier die Vertreter der französischen Territorien über die Gesetzesvorschläge der Regierung.

Zur Mittagspause ging es ins Büro des Saarlandes in Paris. Dietmar Schmidt erläuterte in kurzen Worten die Frankreichstrategie des Saarlandes, teilte für die interessierten angehenden Studenten beider Länder Informationen zur Deutsch-Französischen-Hochschule aus und lud dann zum Imbiss.