Stadtwerke Saarlouis erneuen Trinkwasserleitungen

Versorgung : Neue Wasserleitungen für Roden

Die Stadtwerke Saarlouis investieren weitere gut drei Millionen Euro in Leitungen vom neuen Hochbehälter im Lachwald nach Roden.

Damit das Wasser auch morgen noch aus den Hähnen läuft, investieren die Stadtwerke Saarlouis Millionen von Euro. Aktuell sind es rund 3,1 Millionen Euro beim 2. Bauabschnitt zur Anbindung Rodens an den Hochbehälter Ost. Jetzt fand der offizielle Spatenstich statt.

1955 wurde eine Versorgungsleitung zum Hochbehälter im Lachwald in Saarwellingen gebaut, erklärte der technische Geschäftsführer der Stadtwerke Saarlouis, Ralf Levacher. Später entstand darüber der jüngste Stadtteil, ohne etwas an der vorhandenen Leitung zu ändern. Die ist nun „in die Jahre gekommen“, sagte Levacher in Anwesenheit von Oberbürgermeister Peter Demmer, Bürgermeisterin Marion Jost, Ratsmitgliedern und Vertretern der Baufirma sowie Ingenieurbüros.

Bevor die alte Leitung vielleicht einmal Probleme macht, soll das neue Trinkwassernetz im Osten der Stadt fertig sein. „Zur Versorgung der Stadtteile Roden, Fraulautern und Steinrausch.“ Denn 2012 ging im Lachwald ein neuer Hochbehälter in Betrieb. Dieser steht rund 250 Meter über dem Meeresspiegel. Der Stadtteil Steinrausch liegt etwa 40 Meter tiefer, Roden nochmals um die 20 Meter tiefer als der Steinrausch.

Durch diese Fallhöhen hat das Wasser den nötigen Druck auch in höher gelegenen Stockwerken. Gefüllt wird der Hochbehälter mit Wasser aus Brunnen in den Saarwiesen. Dafür besteht ein Leitungsnetz mit einer Länge von rund zehn Kilometern. Um dieses auf den modernsten Stand zu bringen, erfolgte 2017 der 1. Bauabschnitt.

Dabei wurden über vier Kilometer hinweg Rohre vom Lachwald aus verlegt. Weiter unter der A 8 hindurch und über den Ostring bis zum Kreisel in der Lebacher Straße zwischen Steinrausch und Fraulautern. Dabei handelte es sich, wie auch jetzt, um eine Doppelleitung mit zwei parallel verlegten Rohren.

Über einen Durchmesser von 300 Millimetern kommt das Wasser aus den Brunnen zum Hochbehälter. Ein Durchmesser mit 400 Millimetern, die sogenannte Fallleitung, führt das Trinkwasser in die Haushalte, Betriebe und Schulen.

Der aktuelle Bauabschnitt verläuft im Norden um den Steinrausch herum. Von der Saarwellinger Straße durch das Ellbachtal in Richtung Lebenshilfe. Dann Richtung Lebacher Straße an der Einmündung zum Ostring. Ein Seitenzweig führt von der Saarwellinger Straße die Teilhard-de-Chardin-Allee hoch zu den ersten Häusern des Steinrauschs und wird an das bestehende System angebunden.

Das Ellbachtal ist seit 1995 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Deshalb ist die jetzt angelaufene Baumaßnahme mit dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz, LUA, abgestimmt. Über etwa drei Kilometer werden die neuen Leitungen verlaufen. „Zusätzlich wird ein Leerrohr für Glasfaser verlegt“, sagte Levacher.

Über diese Leitungen erfolgt nach Fertigstellung die Steuerung von Brunnen und Hochbehälter. Sie ermöglichen aber auch die Bereitstellung von Internetverbindungen für die Bevölkerung.

Des Weiteren kommen eine Mitteldruck-Leitung zur Gasversorgung in den Boden sowie ein Energiekabel für die Versorgung der Schieberbauwerke im Kanalnetz. In 1,3 bis 1,5 Metern Tiefe liegt später eine Abdeckung, darunter befinden sich die neuen Leitungen. Der 1. Bauabschnitt kostete etwa 3,9 Millionen Euro. Für den 2. Abschnitt sind rund 3,1 Millionen Euro geplant. Die Bauzeit ist mit zwölf Monaten angegeben, sofern das Wetter mitspielt. Beide Maßnahmen zusammen erforderten dann rund drei Jahre. Sie sind Teil des rund 234 Kilometer langen Trinkwasser-Rohrnetzes in der Stadt Saarlouis. Die Auswirkungen durch die Bauarbeiten dürften für die Straßenverbindung Steinrausch-Roden kaum spürbar sein. Dagegen müssen Nutzer des Weges im Ellbachtal zeitweise mit Beeinträchtigungen rechnen.