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Sammlerobjekt
Von wegen, null Euro sind nichts wert

Florian Deichler von der Tourist-Info am Großen Markt verkauft die Saarlouiser Null-Euro-Scheine.
Florian Deichler von der Tourist-Info am Großen Markt verkauft die Saarlouiser Null-Euro-Scheine. FOTO: Thomas Seeber
Saarlouis. Clevere Idee: Null-Euro-Scheine, die aussehen wie echt, mit lokalen Motiven drauf. In Saarlouis finden sie reißenden Absatz. Von Johannes Werres

In der Tourist-Information von Stadt und Kreis gibt es derzeit Souvenirs, die nichts wert sind und 2,50 Euro kosten. Es sind Euro-Scheine. Sie zeigen die Festungsstadt Saarlouis und ihren Gründer Sebastien le Prestre de Vauban. Der Schein sieht echt aus, fühlt sich echt an, aber sein Nennwert ist null Euro. Was aber Sammler nicht irritiert.


Für den Saarlouiser Null-Euro-Schein zahlen sie 2,50 Euro. Solange der Vorrat von 5000 Stück reicht, maximal 20 Scheine pro Käufer werden in der Tourist-Info abgegeben. Und nur dort. Andere Städte, in denen solche Null-Euro-Scheine mit lokalen Motiven ausgegeben wurden, haben sie auch verschickt. „Das machen wir nicht“, sagt Florian Deichler von der Tourist-Information. „Wer den Saarlouiser Schein haben möchte, muss schon selbst herkommen.“

Manche Käufer kommen extra deswegen in die Stadt. Deichler: „Da war zum Beispiel ein Paar aus Frankfurt, um die 30 Jahre alt. Die Beiden waren hier, um 20 Null-Euro-Scheine zu kaufen. Dann haben sie einen Stadtplan mitgenommen und sich Saarlouis angeschaut.“ Interessenten kamen aus vielen Städten, Karlsruhe etwa oder dem Ruhrgebiet. Gut die Hälfte ist verkauft.

Ist der Vorrat erschöpft, gilt ein neuer Wechselkurs: der Liebhaberpreis.  Der Saarlouiser Schein kostet bei eBay schon jetzt fast zehn Euro. Für vergriffene Scheine werden 30 und 40 Euro gefordert. In Duisburg (Motiv: Stadion des MSV) wurde der Null-Euro-Schein nur bei Abschluss eines Vertrages mit einem Stromversorger abgegeben. Wer den Schein so kaufen will, muss im Internet bis zu 150 Euro zahlen, hat Deichler beobachtet.

Die Scheine sind eine Art Euro-Souvenir. Sie sind gedruckt auf Dokumenten-Papier und sie tragen ein paar der Echtheitszeichen echter Euro-Noten. Jeder Schein ist nummeriert. Schein Nummer 1680 (Gründungsjahr von Saarlouis) ging an OB Peter Demmer. Nummer eins und Nummer 1111 sollen später für den guten Zweck versteigert werden.



Die Geschäftsidee stammt vom Franzosen Richard Faille. In vielen Städten Europas wurde der Null-Euro-Schein seit drei Jahren aufgelegt. Die Rückseite zeigt europäische Baudenkmäler.