Leuchtende Bergmannskultur

Die 16. Auflage der Grubenlampen-Börse ist kürzlich im Vereinshaus Fraulautern über die Bühne gegangen. Bei der Sammlerbörse zeigten zwölf Aussteller ein breites Spektrum der Bergmannskultur.

 Manfred Berwanger aus Körprich hatte einen Kohlenklau-Wagen mitgebracht. Fotos: Carolin Merkel
Manfred Berwanger aus Körprich hatte einen Kohlenklau-Wagen mitgebracht. Fotos: Carolin Merkel

Großer Andrang herrschte bereits vor der offiziellen Eröffnung der Grubenlampen-Sammelbörse im Vereinshaus Fraulautern . Zur inzwischen 16. Auflage hatte der Berg- und Hüttenarbeiterverein St. Barbara Fraulautern in Kooperation mit dem saarländischen Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine eingeladen. Zwölf Aussteller aus ganz Deutschland und Frankreich boten ein breites Spektrum der Bergmannskultur. "Einen Bergmann ohne Licht, den gibt es einfach nicht", erklärte Klaus Hiery, Vorsitzender bei beiden Veranstaltern, kurz und knapp. Er ist selbst begeisterter Sammler und sagte: "Ich bin vor allem von den unterschiedlichen Mechanismen, die die Lampen zum Leuchten bringen, so fasziniert."

Viel Wissenswertes rund um die Karbid- und Benzinlampen erfuhren die Besucher bei Heinz Zander aus Emmerzhausen in Rheinland-Pfalz. Seit der Premiere ist er zusammen mit seiner Frau Ute bei allen Sammlerbörsen in Fraulautern dabei, viele kommen inzwischen eigens, um bei ihm die begehrten Ersatzteile zu erwerben. "Für einen echten Sammler muss eine Lampe auch funktionstüchtig sein. Oft findet man Sammlerstücke aber ohne Glas, ohne Dichtung, ohne Brenner. Für all diese Probleme hat mein Mann eine Lösung", verriet Ute Zander, die das Hobby ihres Mannes seit mehr als 30 Jahren begleitet.

Bei ihm fündig wurde gleich am Morgen Hermann Zell aus Reisbach. Selbst zwar ohne Vergangenheit als Bergmann, will er dennoch die Erinnerung des Berufsstandes seiner Heimat bewahren. "Ich habe diese kleine Lampe geschenkt bekommen, was gefehlt hat, war der Glaseinsatz. Da ich im vergangenen Jahr schon einmal hier war, wusste ich, dass es einen Aussteller gibt, der viele Ersatzteile hat", sagte er. Das entsprechende Glas hat Zell dann auch gefunden und machte noch einen ausgiebigen Rundgang.

Dabei landete er auch bei Manfred Berwanger aus Körprich. Mit seinem "Kohlenklau" erinnerte dieser an die Zeit der Saarabstimmung. "In den ganz schlechten Zeiten haben die jungen Buben die Kohlenzüge angehalten, haben Kohlen runtergeworfen, die von den älteren in Ziehwagen gepackt und nach Hause transportiert wurden", erzählte er.

Noch weiter zurück in die Geschichte des Bergbaus ging es bei Dieter Weyhersmüller aus Kaiserslautern. Er hatte ein so genanntes Buckelbergwerk dabei. "Nach einem Arbeitsunfall hatten die Bergleute keine Versicherung. Da bauten sie sich solche kleinen Schaukästen und zogen zu den Märkten, um so etwas Geld zu verdienen", erläuterte er.