Der Mann für die Distanz

Mit dem 85:73 über Speyer feierten die Saarlouis Royals nach vier Niederlagen ihren ersten Sieg in der 2. Basketball-Bundesliga ProB Süd. Daran hatte auch Neuzugang Vilius Sermokas seinen Anteil. Der Deutsch-Litauer fühlt sich in Saarlouis sehr gut aufgenommen.

Im Saarlouiser Basketball wird in dieser Saison vermehrt litauisch gesprochen. Nicht nur bei den Erstliga-Damen der Royals um Neu-Trainer Saulius Vadopalas. Auch bei den Herren in der 2. Bundesliga Pro B. Dort zählt seit dieser Runde Vilius Sermokas zum Kader. Der 25-Jährige, 1,87 Meter große Deutsch-Litauer kam im Sommer von den Baskets 98 Völklingen zu den Royals und ist neben den US-Amerikanern Brennan McElroy und Frank Snow einer der neuen Hoffnungsträger.

"Fühle mich immer besser"

Nach dem missglückten Saison-Start mit vier Niederlagen zeigte Sermokas beim 85:73-Sieg am Freitag vor einer Woche über die Baskets Speyer, wie wertvoll er für die Royals sein kann. Der Shooting Guard, zu Deutsch: werfender Verteidiger, setzte die auf seiner Position geforderten Eigenschaften gut um, traf vorne drei Mal von der Drei-Punkte-Linie und brachte in der Defensive seine enorme Schnelligkeit glänzend ein. Die Umstellung von der klar schwächeren 2. Regionalliga, in der Sermokas für Völklingen im Schnitt 20,3 Punkte erzielte und drittbester Werfer der Liga war, gelingt dem Schlacks immer besser. "Es gefällt mir hier sehr gut. Aufgrund des höheren Niveaus brauchte ich natürlich etwas Zeit", sagt Sermokas. "Aber ich fühle mich jetzt in jedem Training und in jedem Spiel besser. Wenn ich noch mehr Pässe bekomme und direkt werfen kann, kann ich dem Team auch noch mehr helfen - mein Schuss kommt immer besser." Saarlouis sei für ihn "der richtige Ort, um mich als Basketballer weiterzuentwickeln", sagt Sermokas. Und das ist es, was der im litauischen Klaipeda geborene Distanzspezialist will. In einer der wichtigsten Hafenstädte im Baltikum, von wo aus täglich etliche Schiffe die Fahrt hinaus in die Ferne antreten, war es für ihn sicher nicht abwegig, selbst den Weg in die weite Welt einzuschlagen.

Der erste Anlauf scheitert

Der erste Anlauf war jedoch nicht von Erfolg gekrönt. "Vor drei Jahren habe ich in Aschersleben (Sachsen-Anhalt; Anm. d. Red.) in der 1. Regionalliga gespielt. Die haben in der Saison aber den Trainer gewechselt, und die Profis mussten gehen. Ich bin dann erst einmal zurück nach Litauen", erzählt Sermokas. Doch er blieb am Ball, bewarb sich selbst bei deutschen Basketball-Clubs und wurde in Völklingen zum Probetraining eingeladen, wo er den damaligen Baskets-Trainer Robert Buntic überzeugen konnte. Das will Sermokas, der wegen seiner deutschen Großeltern einen deutschen Pass besitzt, nun auch in Saarlouis . An diesem Sonntag trifft er mit den Royals ab 15 Uhr im heimischen Stadtgarten auf die Uni-Riesen Leipzig. Dort soll nach dem ersten Saisonsieg gegen Speyer der nächste Schritt erfolgen. Sermokas ist optimistisch: "Wir sind eine neue Mannschaft, aber es wird immer besser. Ich glaube fest daran, dass wir die Abstiegsrunde diesmal vermeiden werden."