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Kirche als Heimat für die Jugend

Kirche als Heimat für die Jugend

Düsseldorf/Kreis St.Wendel. Die in Düsseldorf ansässige Evangelische Kirche im Rheinland, zu der auch weite Teile des Saarlandes gehören, hat eine neue Jugendpfarrerin. Simone Mechels ist die Nachfolgerin des langjährigen Leiters des Amtes für Jugendarbeit, Rüdiger Breer (60), der in den Ruhestand ging

Düsseldorf/Kreis St.Wendel. Die in Düsseldorf ansässige Evangelische Kirche im Rheinland, zu der auch weite Teile des Saarlandes gehören, hat eine neue Jugendpfarrerin. Simone Mechels ist die Nachfolgerin des langjährigen Leiters des Amtes für Jugendarbeit, Rüdiger Breer (60), der in den Ruhestand ging. Ende Oktober kommt die 39-jährige Theologin gemeinsam mit Landeskirchenrat Stefan Drubel ins Saarland, um die Arbeit in den saarländischen Kirchenkreisen sowie kirchenleitende Gremien kennen zu lernen. Oberkirchenrat Klaus Eberl ermutigte Mechels vor wenigen Wochen bei ihrer offiziellen Amtseinführung "zu kritischen Anregungen". Es gehe nicht darum, Jugendliche in eine traditionelle Kirche hineinzuziehen, sondern darauf zu hoffen, "dass Kirche sich durch kreative Impulse und Ideen der jungen Menschen verändert", sagte der Theologe. "Ich bin in Sachen Kinder- und Jugendarbeit eine Überzeugungstäterin", sagt Simone Mechels, die zuvor Pfarrerin in Wuppertal war, im Gespräch mit der SZ. "Evangelische Jugendarbeit ist mit das Beste, was mir passiert ist. An mir selbst habe ich erlebt, wie wichtig es ist, in der Kirche Heimat zu finden." Deshalb wünsche sie sich, dass Kirche möglichst vielen Jugendlichen diese Heimat bietet. Mechels: "Meine Vision ist eine flächendeckende, bunte, lebendige Jugendarbeit." Es gebe viele jugendpolitische Themen und Glaubensfragen, die ihr am Herzen liegen. "Jungen Menschen auf die Füße zu helfen, ihnen zu helfen, Perspektiven für ihr Leben zu entwickeln, an guten Bildungschancen für Kinder- und Jugendliche aus unterschiedlichen sozialen Milieus zu arbeiten, finde ich wichtig", sagt Mechels. Genauso wichtig sei es, jungen Menschen die Hoffnung auf einen menschenliebenden Gott zu geben. "Das heißt, von einem Glauben zu erzählen und einen Glauben zu leben, der das Leben stark macht." Mechels plädiert für eine "beherzte Unverschämtheit", die lebensbejahende Botschaft des christlichen Glaubens weiterzuerzählen. Kinder und Jugendliche müssten dabei selbst zu Wort kommen. Auch ihre Rechte müssten aktiv eingefordert werden. Jugendarbeit bedeute auch, sich gegen Armut und Misshandlung zur Wehr zu setzen. "Ich bin in Sachen Kinder- und Jugendarbeit eine Überzeugungstäterin."Simone Mechels, Jugendpfarrerin

HintergrundIm Saarland leben mehr als 200 000 evangelische Christen. Nikolaus Schneider steht als Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland vor (drei Millionen Mitglieder). Zu der in Düsseldorf ansässigen Landeskirche gehören auch die drei Saar-Kirchenkreise Saarbrücken, Ottweiler und Völklingen sowie die Kirchenkreise St. Wendel und Birkenfeld, die zum großen Teil in Rheinland-Pfalz liegen. Diese rheinischen Kreise zählen 160000 Mitglieder. Ihre höchsten Repräsentanten heißen Superintendenten. Christian Weyer steht Saarbrücken vor, Hartmut Richter führt Völklingen und Wolfgang Struß Ottweiler. Gerhard Koepke führt St.Wendel, und Edgar Schäfer leitet Birkenfeld.Präsident der Evangelischen Kirche der Pfalz mit Sitz in Speyer ist noch bis November Eberhard Cherdron, der dann in Rente geht. Sein Nachfolger wird Christian Schad. Diese Kirche zählt 640000 Gläubige, darunter 50000 aus dem Saarpfalzkreis und Teilen des Ostertales. Die Leiter der Kirchenbezirke heißen Dekane. Das Dekanat Homburg steht unter der Leitung von Fritz Höhn, und das Dekanat Zweibrücken führt Peter Butz. jkn