Orffs Meilenstein zum Weltruhm

Saarlouis. Die "Carmina Burana" von Carl Orff ist das mit am häufigsten aufgeführte Chorwerk. Der Beliebtheit des Stücks entspricht auch die Anzahl der Einspielungen

 Leo Krämer. Foto: SZ
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 W. Schmidt-Leonardy. Foto: Alt
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Saarlouis. Die "Carmina Burana" von Carl Orff ist das mit am häufigsten aufgeführte Chorwerk. Der Beliebtheit des Stücks entspricht auch die Anzahl der Einspielungen. Ihm zugrunde liegt eine Anthologie namens "Beurer Lieder" oder "Lieder aus Benediktbeuern" mit 254 mittellateinischen, seltener mittelhochdeutschen oder auch altfranzösischen Lied- und Dramentexten, die meist anonyme Dichter im 11. und 12. Jahrhundert verfassten - neben den älteren Carmina Cantabrigiensia die wichtigste Sammlung der Vagantendichtung. 1934 von Orff entdecktOrff hatte diese weltlichen Gesänge, die 1847 in Benediktbeuren erschienen, 1934 entdeckt und in seine musikalische Sprache gebracht. Sie zeichnet sich aus durch einfache Rhythmik und eine schlichte Harmonik. Orff war von der Vielfarbigkeit der Texte, die das ewige Kreisen der Welt zwischen Glück und Unglück, Aufstieg und Niedergang behandeln, ebenso inspiriert wie von ihrer Rhythmik und Bildhaftigkeit, aber auch von der Musikalität und Universalität der lateinischen Sprache. Mit der Uraufführung dieses Chorwerks im Jahr 1937 begründete Orff seinen Weltruhm. Mit "Carmina Burana" zählt der künstlerische Leiter der TonArt, Wolfram Schmitt-Leonardy, auf ein großes Echo, zumal er für diesen Abend hoch angesehene Musiker verpflichten konnte. Professor Leo Krämer, Domkapellmeister in Speyer, hat das schwierige Werk mit seinen drei Chören einstudiert, die erst kürzlich eine grandiose Aufführung des Brahms-Requiem in der Hülzweiler Pfarrkirche ablieferten: der Philharmonische Chor an der Saar, die Saarländische Bachgesellschaft und der Speyerer Domchor. Außerdem gastieren das Orchester Kaiserslautern und drei hervorragende Gesangssolisten: Stefanie Dasch, Sopran, Vincenzo Di Rosa, Countertenor, und Vinzenz Haab, Bariton. Den Flügel spielt Wolfram Schmitt-Leonardy.Sturm-Sonate aufgeführtAls Pendant zu dieser klanggewaltigen Komposition wird Beethovens Chorfantasie in c-Moll für Klavier, Chor und Orchester op. 80, die "Sturm-Sonate", zu hören sein - ein Werk, das in seiner Besetzung und Tonsprache an das Finale seiner Neunten erinnert und nach Carl Czerny als "glänzendes Schlussstück" für die Große Akademie vom 22. Dezember 1808 gedacht war. Wie heißt es darin? "Nehmt denn hin, ihr schönen Seelen froh die Gaben schöner Kunst."