Große Liebe für die schönen Dinge auf dem gedeckten Tisch

Große Liebe für die schönen Dinge auf dem gedeckten Tisch

Seit 50 Jahren arbeitet Edith Rayer schon im Kaufhaus Pieper in Saarlouis. Am Mittwoch feierte sie ihr Jubiläum – in der Haushaltswarenabteilung, in der sie seit 35 Jahren tätig ist.

"Wo ist die Zeit nur hingegangen? Kaum zu glauben, heute vor 50 Jahren habe ich bei Pieper angefangen und muss sagen, ich habe es keinen Tag bereut", resümiert Edith Rayer, Jahrgang 1950 aus Berus, an ihrem Betriebsjubiläum. Das wollte sie "so klein und unauffällig wie möglich" begehen, ein Blumenstrauß, eine Karte und ein paar nette Worte, ohne große Öffentlichkeit in "ihrer" Abteilung, den Haushaltwaren, in der sie sich seit mehr als 35 Jahren rundum wohlfühlt, wünschte sie sich.

Am 1. April 1965 fing Edith Ölenschläger, wie sie damals hieß, bei Pieper eine Lehre an, hat in den drei Lehrjahren und den folgenden Jahren fast alle Abteilungen durchlaufen. "Ich kann nicht behaupten, dass ich unbedingt Einzelhandelskaufrau werden wollte. Meine Freundinnen lernten Friseurin oder gingen ins Büro, ich habe bei Pieper angefangen, so war das damals eben", erinnert sie sich.

Dass sich daraus eine 50 Jahre währende Betriebszugehörigkeit entwickeln würde, daran hätte sie nicht gedacht. "Nach der Ausbildung habe ich mich bei Pieper so wohl gefühlt, da habe ich mir keine Gedanken gemacht zu wechseln", erklärt sie. "Natürlich gab es auch Tage, an denen ist man nicht so gerne zur Arbeit gegangen, doch unter anderem die vielen Kunden, denen ich mit meinem Wissen weiterhelfen konnte, haben mich in meiner Arbeit bestärkt", sagt sie.

Vor allem ihre Fachkenntnisse sind bei Pieper geschätzt. "Wenn jemand mit einem kaputten Glas kommt, weiß Frau Rayer ganz genau, wie es heißt und aus welchem Jahr es ist", erzählt Rita Birtel, Leiterin Personalwirtschaft bei Pieper. "Zum einen liebe ich die schönen Dinge, die zu einem schön gedeckten Tisch gehören, zum anderen hat mich die Arbeit in dieser Abteilung, in der es immer was zu tun gibt und man nie still sitzt, über all die Jahre zufrieden gemacht", sagt Rayer. Und auch an ihrem Jubiläums-Arbeitstag ist sie am Bedienen, Beraten und am Putzen der vielen Gläser und Teller .

Von ihrer Vorliebe für eine gepflegte Tischkultur profitiert, erzählt sie, auch ihre Familie, die "nicht nur was Gutes auf dem Teller , sondern auch sehr schöne Teller hat". Edith Rayer hat während ihrer Berufstätigkeit zwei Kinder zur Welt gebracht, ist nach dem Mutterschutz gleich wieder arbeiten gegangen. Nun wird sie ab Sommer ihren Ruhestand genießen. "Ich schaue da ganz positiv gestimmt in die Zukunft", erklärt sie. Und als Kundin wird sie sicherlich oft "ihre" Abteilung bei Pieper besuchen.

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