Eklige Zustände am Bahnhof

Ihren Augen traute eine Saarlouiserin kaum, als sie kürzlich nach einer Reise am Bahnhof Saarlouis ankam: Durch Urin und Erbrochenes, Müll und Taubenkot musste sie sich mit ihrem Gepäck den Weg bahnen.

Schmutz, Erbrochenes und Urinpfützen fand eine Leser-Reporterin aus Saarlouis kürzlich nach einer Bahnreise bei ihrer Ankunft am Saarlouiser Bahnhof vor. Sie beklagt ekelerregende Zustände: Bei Ankunft auf Gleis 2 konnte sie mit ihrem Gepäck den Aufzug nicht benutzen, da jemand seinen Mageninhalt dort entleert hatte. Alle Bahnsteige und die Unterführung wären extrem verunreinigt gewesen, mit Verpackungsmüll, Flaschen und ähnlichem. Die Saarlouiserin musste ihren schweren Koffer mangels Gepäckband über die mit Taubenkot verunreinigten Treppen, ein in Saarlouis seit Jahren bestehendes Problem, ziehen und zudem durch eine mit Urinlachen völlig verunreinigte Unterführung hin zu Gleis 1, schilderte sie.

Bei sofortiger Beschwerde über die Zustände am Bahnhof sei sie am Bahn-Schalter darauf verwiesen worden, das Problem ständiger Verunreinigung sei bekannt, sie solle sich jedoch an die Stadt wenden, diese sei für die Reinigung des Bahnhofes zuständig. Dies verneint die Stadtverwaltung auf Anfrage ausdrücklich; sie sei nur für den Vorplatz und das umliegende Gelände verantwortlich, erklärte Stadt-Sprecher Sascha Schmidt.

Grundsätzlich würde der Bahnhof "in regelmäßigen Rhythmen gereinigt", teilte die Pressestelle der Deutschen Bahn (DB) in Frankfurt auf Anfrage mit. Richtig sei, dass der Stadt Saarlouis nur die Verkehrssicherung und Reinigung des Bahnhofsvorplatzes obliege, der Rest sei Angelegenheit der DB. "Grobmüll und ekelerregende Dinge sollen durch die Reinigungskräfte immer entfernt werden. Allerdings kann es im öffentlichen Bereich bedauerlicherweise immer zu unangenehmen Situationen wie geschildert kommen", räumte die Sprecherin ein. Der Bahnhof Saarlouis werde drei Mal in der Woche gereinigt: gewöhnlich Montag, Mittwoch und Freitag. Dazu kommt eine 14-tägige Grundreinigung; umfangreiche Nassreinigungen seien in den Wintermonaten wegen des Glätterisikos aber nicht möglich, erläuterte die DB.

So richtig gut läuft die Reinigung aber auch in den Augen der Bahn nicht: "Da wir zur Zeit ohnehin in intensiven Gesprächen mit unserem Reinigungsdienstleister zur Verbesserung der Leistungsqualität sind, werden wir dies nochmals aufgreifen", kündigte die DB-Sprecherin an. Diese Woche sei bereits die Bahnhofshalle gründlich nassgereinigt worden.

Auf die Frage hin, warum das DB-Personal am Schalter der Leser-Reporterin falsche Auskunft über die Zuständigkeit gegeben habe, erklärte die Sprecherin nur lapidar: "Über ein Gespräch Ihrer Leserreporterin mit DB-Mitarbeitern haben wir keine Kenntnis."

Den Hinweise bekamen wir von einer Leser-Reporterin aus Saarlouis . Für Sprachnachrichten aufs Band nutzen Sie die Nummer (06 81) 5 95 98 00 oder schicken Sie alles an unsere E-Mail-Adresse: leser-reporter@sol.de oder unser Onlineformular.

saarbruecker-zeitung.de/

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