Warum eine Gemeinde mit der Kanalsanierung nie fertig wird

Warum eine Gemeinde mit der Kanalsanierung nie fertig wird

Die Gemeinde Rehlingen-Siersburg saniert in den kommenden zwei Jahren Teile ihres Kanalnetzes. Kosten: rund zwei Millionen Euro. Warum eine Gemeinde mit dieser Arbeit eigentlich nie fertig wird, darüber hat SZ-Redakteurin Dörte Grabbert mit Rehlingen-Siersburgs Bürgermeister Martin Silvanus gesprochen.

Herr Silvanus, wie viel investiert die Gemeinde im Jahr für die Sanierung des Kanalnetzes?

Silvanus: Das waren in den vergangenen Jahren immer pro Jahr im Schnitt eine Million Euro und vorher eine Million DM. Damit werden immer nur Teilstücke erneuert oder repariert. Damit werden wir eigentlich nie fertig.

Warum wird eine Gemeinde damit nie fertig?

Silvanus: In den klassischen Ortskernen wurde das Kanalnetz nach dem Zweiten Weltkrieg ausgebaut. Damals waren die Anforderungen natürlich ganz andere. Heute ist die Gemeinde fast doppelt so groß. Es gibt viel mehr versiegelte Flächen und Neubaugebiete, da muss der Schmutzwasserkanal viel mehr Regenwasser aufnehmen. Einige Teilstücke sind damit überlastet und müssen erneuert werden. Es gibt eigentlich jedes Jahr irgendwo ein Teilstück, das zu alt oder beschädigt ist und deshalb erneuert werden muss.

Welche Schäden treten noch auf?

Silvanus: Wurzelwerk wächst in die Rohre. Manche Rohre wurden nicht tief genug verlegt, sodass der Verkehr von oben drauf drückt. Und es war bis in die 90er Jahre erlaubt, Hausanschlüsse selbst zu legen. Das wurde natürlich nicht immer fachmännisch gemacht. Dadurch sind einige Stellen des Kanals beschädigt.

Ist das Kanalnetz von Rehlingen-Siersburg im Vergleich zu anderen Gemeinden besonders marode?

Silvanus: Nein. Unser Kanalsystem ist aufgrund der stetigen Sanierungsmaßnahmen eigentlich in ganz gutem Schuss.

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