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Volleyball
Lebach will’s dem Favoriten zeigen

Anita Nawrat hat abgezogen und punktet. Die Spielführerin des TV Lebach freut sich auf das Derby gegen Holz.
Anita Nawrat hat abgezogen und punktet. Die Spielführerin des TV Lebach freut sich auf das Derby gegen Holz. FOTO: Thiel / Kerosino
Lebach. Volleyball-Drittligist TV Lebach freut sich auf den Derby-Knaller gegen den Saar-Rivalen TV Holz. Im Heimspiel gegen den Titelanwärter sind die Betz-Mädels am Sonntag nur Außenseiter – aber nicht chancenlos. Von Roland Schmidt

Der Fernseher bleibt aus, die Couch ist tabu. An diesem Sonntag haben alle Volleyball-Fans in der Sporthalle Lebach einen Pflichttermin. Wenn im Match der Frauen-Drittligisten TV Lebach und proWin Volleys TV Holz um 15 Uhr der Anpfiff ertönt und der erste Schmetterball die Netzkante passiert, ist Derby-Zeit. David fordert Goliath. „Dieser Gegner ist nicht unsere Kragenweite. Holz hat im Aktiven-Bereich bessere finanzielle Möglichkeiten und andere Ziele. Die wollen aufsteigen, wir nicht absteigen. Ich sehe nur eine kleine Chance“, umreißt TVL-Trainer Philipp Betz die Lage vor dem Prestige-Duell.


Der Blick auf die Tabelle nach elf von 20 Spieltagen verdeutlicht die Rollenverteilung: Favorit Holz liegt mit einem Punkt Rückstand auf Tabellenführer Sinsheim auf Rang drei. Außenseiter Lebach belegt mit elf Zählern Rang sieben und hat nur drei Punkte Vorsprung zur Abstiegszone, die im Elfer-Feld mit Rang neun beginnt. „Zwei Teams steigen ab. Weil das Volleyball-Internat Stuttgart nicht absteigen kann, müssen wir mindestens Achter werden“, erklärt Betz.

Der Holzer Trainer Ralf Dodler hat diese Sorgen nicht. „Wir liegen gut im Titelrennen. Unser Saisonziel ist nach wie vor ein Platz unter den Top-3.“ Etwas wackelig verlief das Auftaktspiel im neuen Jahr. Der 3:2-Heimsieg gegen Bad Vilbel war glücklich. „Wir konnten noch nicht dort anknüpfen, wo wir im Dezember aufgehört haben“, kommentiert Dodler die Startschwierigkeiten. Trotzdem ist er zuversichtlich: „Wir sind Favorit, was ja nichts Neues ist. Wir sind gut vorbereitet und wollen das Derby unbedingt gewinnen.“

Anita Nawrat möchte dies verhindern und baut auf den Heimvorteil. „Ich freue mich auf das Derby und eine große Kulisse. Wir hoffen, dass wir den Fans ein spannendes Spiel bieten können“, sagt die Lebacher Spielführerin. TVH-Kapitän Michelle Grandinetti würde dagegen gerne den sechsten Sieg in Folge feiern, warnt aber, Lebach zu unterschätzen. „Wir dürfen nicht leichtfertig in das Spiel gehen, auch wenn wir die letzten Spiele gewonnen haben.“

In der Vorrunde siegte Holz mit 3:1. „Die Chancenverwertung war damals nicht gut“, erinnert sich Betz an die Partie. Den 2:3-Auswärtsdämpfer vor Weihnachten beim Schlusslicht Stuttgart hat sein Team gut verdaut. Das erste Spiel nach der Winterpause beim TV Villingen verlor Lebach vor einer Woche zwar mit 1:3, aber alle Sätze waren eng (20:25, 25:22, 23:25, 21:25). „Die Mädels haben ein super Spiel abgeliefert. Leider war die Fehlerquote zu hoch. Auf dieser Leistung lässt sich aber aufbauen“, sagt Betz. „Meine Spielerinnen müssen von Beginn an hellwach sein, sie dürfen nicht verkrampfen. Wenn wir den ersten Satz gewinnen, ist vielleicht etwas drin.“



Ein Sieg wäre für Betz dennoch eine Überraschung. Kaum verwundern würde es, wenn die Lebacher am Sonntag den Zuschauer-Rekord (350 Fans feierten im September den 3:2-Heimsieg gegen Bretzenheim) knacken.