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Auf dem Weg zur Groko-Verhandlung
Kramp-Karrenbauer nach schwerem Autounfall mit leichten Verletzungen in Potsdamer Unfallklinik

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer.
Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. FOTO: dpa / Fredrik von Erichsen
Berlin. Saar-Regierungschefin auf dem Weg zu Sondierungsgesprächen in Berlin im Dienstwagen verunglückt – Fahrer und zwei Personenschützer ebenfalls verletzt. Von Michael Jungmann
Michael Jungmann


Nach einem schweren Unfall in ihrem Dienstwagen, einem dunklen 7er BMW, auf der Bundesautobahn 10 (Berliner Ring) wird die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) in der Ernst-von-Bergmann-Klinik in Potsdam derzeit behandelt. Sie meldete sich um die Mittagszeit selbst aus der Klinik über den Kurznachrichtendienst Twitter: „Nach dem Autounfall am frühen Morgen geht es meinen Kollegen und mir den Umständen entsprechend gut. Derzeit laufen weitere medizinische Untersuchungen. Ich hoffe, das Krankenhaus morgen verlassen zu können. Ich muss zur Beobachtung eine Nacht bleiben. Ich danke allen herzlich für die Genesungswünsche.“



Nach Angaben der Saarbrücker Staatskanzlei wurde die Regierungschefin und CDU-Landesvorsitzende bei dem Unfall leicht verletzt. Auch ihr Fahrer und zwei Personenschützer, Kriminalbeamte des Landespolizeipräsidiums, erlitten leichte Verletzungen. Die drei Begleiter sind 49, 54 und 58 Jahre alt.

Der Dienstwagen der Ministerpräsidentin fuhr nach ersten Polizeimeldungen am frühen Donnerstagmorgen um 4.22 Uhr zwischen den Autobahnanschlussstellen Ferch und Michendorf, etwa 90 Kilometer vor Berlin aus bislang ungeklärter Ursache auf einen LKW auf. Der Unfallort soll, so heißt es, in einem Baustellenbereich liegen. Die Ermittlungen der brandenburgischen Polizei dauern an. Das Regierungsfahrzeug wurde schwer beschädigt, war nach Polizeiangaben nicht mehr fahrbereit.

Kramp-Karrenbauer war auf dem Weg zu den Sondierungsgesprächen zwischen CDU und SPD in der Bundeshauptstadt. Erst am Mittwoch war sie von Berlin zurück ins Saarland gekommen. In der Saarbrücker Saarlandhalle hatte sie am Abend etwa mehr als 1500 Gäste zum traditionellen Neujahrsempfang begrüßt. Offenbar machte sich die 55 Jahre alte CDU-Politikerin aus Püttlingen mit ihrer Begleitung unmittelbar von diesem Termin nach 23 Uhr auf die Fahrt ins etwa 700 Kilometer entfernte Berlin.

In ihrer Ansprache beim Neujahrsempfang hatte Kramp-Karrenbauer, die als Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gilt, auf den anhaltenden Terminstress in Zusammenhang mit den laufenden Sondierungsgesprächen zur Bildung einer neuen Bundesregierung verwiesen. Sie sagte wörtlich: „Die Irrungen und Wirrungen der Berliner Regierungsfindung haben einer Reihe von Ministerpräsidenten doch einen gewissen Strich durch die Terminplanung gemacht.“