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Spielfilm-Dreharbeiten auf dem Peterhof
„Immenhof“: Heiner Lauterbach gibt in Perl-Borg den Schurken

Dreharbeiten am Montag in Perl-Borg für den „Immenhof“-Kinofilm: Heiner Lauterbach als Schurke Mallinckroth vor einer seiner Landkarossen.
Dreharbeiten am Montag in Perl-Borg für den „Immenhof“-Kinofilm: Heiner Lauterbach als Schurke Mallinckroth vor einer seiner Landkarossen. FOTO: Ruppenthal
Perl-Borg. Von Tobias Kessler
Tobias Kessler

Wenn die Welt noch irgendwo in Ordnung ist, dann wohl hier. Gut ist die Luft, der Wind säuselt über die Felder und lässt ein paar Windräder sanft rotieren. Daneben erstrecken sich Stallungen, Gästehäuser, eine Reithalle, grüne Wiesen und grasende Pferde, gerahmt von weißen Zäunen. An einem solchen lehnt Schauspieler Heiner Lauterbach und wartet auf seinen Einsatz. Wir sind bei den Dreharbeiten zu „Immenhof – Das Abenteuer eines Sommers“, auf dem Peterhof in Perl-Borg. Der Film, ab Frühling 2019 im Kino, erzählt von drei Schwestern, die nach dem Tod des Vaters dessen Pferdehof weiterführen, während jede auf ihre Art mit dem Verlust zurechtzukommen versucht. Dabei stört vor allem Rennstallbesitzer Jochen Mallinckroth, der sich den Immenhof einverleiben will.


Heiner Lauterbach spielt diesen Schurken, und sein Gestüt, nicht der titelgebende Immenhof,  wird sozusagen vom Peterhof in Perl-Borg verkörpert. „So etwas findet man sonst nirgends“, erklärt Produzent Frank Meiling, während Lauterbach sich mit der Regisseurin Sharon von Wietersheim bespricht; um die 100 Gestüte habe man sich angeschaut, aber nur der Peterhof sei die passende Kulisse. Umso mehr habe sich das Filmteam über das große Entgegenkommen der Besitzer gefreut, Arlette Jasper-Kohl und Edwin Kohl (Kohlpharma), und „die spontane Unterstützung der SaarlandMedien“. Elf von insgesamt 40 Drehtagen finden nun um Perl-Borg herum statt, die Produktion hat für einige Szenen Hunderte saarländischer Statisten angeheuert (für eine Tagesgage von je 95 Euro).

Dreharbeiten gestern in Perl-Borg für den „Immenhof“-Kinofilm FOTO: BeckerBredel


Die Statisten sind heute nicht da, vor allem geht es um die drei jungen Darsteller und eine Dialogszene mit Mallinckroth/Lauterbach. Es wird geprobt, der Kameramann schultert sein stativloses Gerät, neben ihm wird ein Reflektor zur Lichtverstärkung getragen, die Sprache am Set ist deutsch-englisch-international: „Immenhof“ ist nämlich eine deutsch-belgische Koproduktion, auch in Belgien wird gedreht (insgesamt bis zum 13. August), ebenso wie in Augsburg und in Sachsen-Anhalt – auch wenn der Film eben nur in Sachsen-Anhalt spielt. Aber gute Drehorte und regionale Fördertöpfe sind entscheidender.

Die Szene ist nun abgedreht, für die Techniker geht es in die Mittagspause, für die Darsteller in das Casino zum Pressegespräch, bei dem sich Lauterbach, nicht unerwartet, als lässiger Profi erweist, der das Geschäft kennt. Saarland-Lob, Selfies mit Journalisten, O-Töne fürs Radio, anschließend ein Gruppenbild mit der Familie Kohl.

Die alten „Immenhof“-Filme (zwischen 1955 und 1957 entstanden drei, 1973/74 nochmal zwei) sind Lauterbach zwar ein Begriff, erzählt er zwischendurch, gesehen hat er sie aber nie. Über den Schurkenpart im „Immenhof“ freut er sich – am Klischee, dass die finsteren Rollen meist die knackigsten sind, da sei schon etwas dran. Zwei Tage noch ist er im Saarland, dann geht es für weitere „Immenhof“-Szenen nach Belgien, dann nach Berlin zu einem anderen Kinofilm: „Traumfabrik“. Doch erstmal wartet der nächste Pressemensch, ein Kollege vom Radio mit einem Saarlandquiz: „Unnerbux“ kann Lauterbach noch als Beinkleid identifizieren, bei „Grumbeer“ wird es schwieriger. Lauterbachs Bezug zu Pferden ist, dem „Immenhof“-Film zum Trotze, übrigens eher überschauber: „Beim Reiten falle ich immerhin nicht runter.“