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Frauenverband mit Geschichte

Hüttigweiler. Als Mütterverein wurde die katholische Frauengemeinschaft Hüttigweiler vor 100 Jahren gegründet. Inzwischen ist der Verein aus dem Leben des Ortes dank seiner zahlreichen Aktivitäten nicht mehr wegzudenken. Von SZ-Mitarbeiterin Maria Boewen-Dörr

. Die Katholische Frauengemeinschaft (kfd) Hüttigweiler feiert an diesem Sonntag, 21. Juli, das 100-jährige Jubiläum. Die Feierlichkeiten beginnen mit einem Gottesdienst um 10.30 Uhr in der Pfarrkirche Maria Magdalena. Anschließend findet im Kultursaal eine Feier statt, bei der neben kulinarischen Köstlichkeiten auch ein kleines Unterhaltungsprogramm geboten wird.

Von Messe bis Kaffeeplausch

Bekannt ist, dass unter dem Pfarrvikar Dr. Maxein 1913 der "Verein Katholischer Mütter" in Hüttigweiler gegründet wurde. Pastor Schenk führte 1941 die Tradition des Theaterspielens beim Frauenkaffee ein. Im Laufe der Zeit kamen weitere Aktivitäten, wie Tages- und Mehrtagesfahrten sowie Handarbeitsausstellungen mit Verkauf hinzu. Bei den Pfarr- und Kindergartenfesten wirken viele helfende Hände der Frauengemeinschaft mit und bestücken mit selbst gebackenen Kuchen das Büfett. Gut angenommen von der weiblichen Bevölkerung wird auch die Frauenmesse, die von den Damen individuell gestaltet und themenorientiert vorbereitet wird. Bei Trauerfällen betet eine aus dem Team den Rosenkranz für die Verstorbenen.

Die Frauengemeinschaft bringt sich bei Kreuzwegandachten, Rosenkranzandachten und Maiandachten ein. Ein in der katholischen Christenheit allgemein üblicher Gottesdienst ist zur Adventszeit die Frühmesse "Rorate". Diesen frühmorgendlichen Gottesdienst an drei Freitagen im Dezember bei Kerzenlicht und anschließendem Frühstück im Pfarrheim initiiert Jahr für Jahr der Mütterverein. Die Frauenbetstunde am Ewig Gebet und die Frauenmessen gehören ebenfalls zum Jahresprogramm der Frauengemeinschaft wie auch Bastelnachmittage.

Kultur und Soziales

Kultur kommt ebenfalls nicht zu kurz. Eine Fahrt mit Besichtigungen und Führungen steht jährlich auf dem Programm; ebenso finden Tagesfahrten statt, die aber eher der Geselligkeit dienen. Wenn gesellschaftliche Ereignisse im Ort stattfinden, sind Mütterverein und kfd präsent. Beim 50-jährigen Bestehen des Heimat- und Verkehrsvereins nahmen sie an dem großen Umzug teil und erinnerten mit der entsprechenden Garderobe symbolisch an eine Bauernhochzeit.

Bis 1990 führten verschiedene Vorsitzende (Johanna Blass, Helene Woll, Maria Weiskircher) den Verein. Nachdem Magda Groß aus gesundheitlichen Gründen 1990 den Vorsitz abgab, versuchten die Vereinsmitglieder den Verein als Team ohne Vorsitzende zu führen, was aber nicht gelang. Ab 1992 führte Marliese Schorr den Verein. Die Vorsitzende wurde bis 1996 immer vom Vorstand gewählt. 1996 wurde das geändert. Es fand erstmals eine Mitgliederversammlung statt, in der Marliese Schorr offiziell von den anwesenden Frauen als Vorsitzende gewählt wurde. Im Oktober 2011 fand die Wahl eines neuen Vorstandes als Leitungsteam statt. Sprecherin ist Ursula Feidt, Kassiererin Magdalena Zimmer, Schriftführerin Inge Sänger, Beisitzerinnen Margret Bender und Marlies Kuhn.


Zum Thema:

HintergrundDie Anfänge der heutigen kfd reichen bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Damals entstanden in Frankreich Gebetsgemeinschaften christlicher Mütter. Ab 1856 wurden christliche Müttervereine auch in Deutschland heimisch. Der Mainzer Bischof Emanuel von Ketteler forcierte die Verbreitung der Gemeinschaften. Unterstützt wurde er von Ida Gräfin Hahn-Hahn, einer aus Mecklenburg stammenden Adeligen. 1939 lösten die Nationalsozialisten den Verband auf. 1951 erfolgte die Wiedergründung des Verbandes unter dem Namen Zentralverband der katholischen Frauen- und Müttergemeinschaften. Die kfd-Pfarrgemeinschaften bilden die Basis des Verbandes. bd