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Ein gutes Stück Frankenholz

Die katholische Kirche St. Josef prägt seit 1927 das Erscheinungsbild des Höcherbergs maßgeblich und schenkt dem Bexbacher Stadtteil Frankenholz ein echtes Wahrzeichen. Fotos: Thorsten Wolf
Die katholische Kirche St. Josef prägt seit 1927 das Erscheinungsbild des Höcherbergs maßgeblich und schenkt dem Bexbacher Stadtteil Frankenholz ein echtes Wahrzeichen. Fotos: Thorsten Wolf
Bexbach. "Wenn man den Höcherberg hinauf fährt, dann ist St. Josef in Frankenholz schon beeindruckend. Wenn man es nicht besser wüsste, dann könnte man den Bau fast für eine alte Burg halten." Rainer Ruffing, Bexbachs erster Beigeordneter und katholischer Frankenholzer, beschreibt treffend die Wirkung, die der Kirchenbau am Höcherberg auf die Menschen hat Von SZ-Mitarbeiter Thorsten Wolf

Bexbach. "Wenn man den Höcherberg hinauf fährt, dann ist St. Josef in Frankenholz schon beeindruckend. Wenn man es nicht besser wüsste, dann könnte man den Bau fast für eine alte Burg halten." Rainer Ruffing, Bexbachs erster Beigeordneter und katholischer Frankenholzer, beschreibt treffend die Wirkung, die der Kirchenbau am Höcherberg auf die Menschen hat. Ruffing ist mit dieser Kirche groß geworden, "ich war ein halbes Leben lang Ministrant in St. Josef und habe in dieser Kirche wirklich viel Zeit verbracht. Und da ich zudem in unmittelbarer Nähe von St. Josef wohne, ist dieser Bau für mich immer präsent. Natürlich auch durch das Glockengeläut."Die Geschichte der Kirche selbst ist noch eine recht kurze: Am 4. September 1927 wurde der Kirchenbau eingeweiht, der erste Pfarrer hieß Luitpold Layes. Noch heute kündet eine nach Layes benannte Straße hin zu St. Josef vom ersten katholischen Seelsorger. Mit dessen Amtseinführung am 15. Oktober 1927 begann die Eigenständigkeit der Frankenholzer Katholiken, sie waren nicht mehr Teil der Mutterpfarrei Höchen.


Begonnen hatten die Frankenholzer den Weg zur eigenen Kirche und zu einer eigenen Seelsorgerstelle schon im Jahr 1902. Damals gründete man unter der Führung des Pfarrers Weiler eigens einen Kirchenbauverein. Der Wille zur Eigenständigkeit lag auch begründet im starken Bevölkerungszuwachs, ausgelöst durch den Erfolg im Bergbau in der Grube Frankenholz. 1913 richtete die Bayerische Regierung in Person von Prinz Ludwig eine "Katholische Filialkirchenstiftung Frankenholz" ein. Im Jahr darauf hatte man auch schon das Grundstück erworben. Doch der Erste Weltkrieg machte den Frankenholzer Katholiken einen Strich durch die Rechnung: Der Bau verschob sich, das mit Erfolg gesammelte Geld verlor seinen Wert.

So fehlten in den Jahren nach dem Krieg schlichtweg die Mittel, um Frankenholz eine eigene katholische Kirche zu geben. Doch damit wollte man es nicht bewenden lassen: Spenden, Geldsammelaktionen, Anleihen: All das machte es möglich, im Jahr 1925 konkret zu werden und den Münchner Architekten und Hochschuldozenten Professor Richard Berndl die Pläne erarbeiten zu lassen. Doch dessen Absichten eines durchaus schmuckvollen Baus wurden durch den ausführenden Architekten abgeändert und vereinfacht - auch deswegen hat St. Josef heute ein eher schlichtes, wenn auch anmutiges Äußeres.



Heute untrennbar verbunden mit St. Josef ist die Mariengrotte. Sie war die Idee des 2005 verstorbenen Pfarrers Paul Kasper, ein großer Marienverehrer. Sein plötzlicher Tod brachte die Umsetzung jedoch ins Stocken. 2006 gab die Gründung des Fördervereins "Freunde der Mariengrotte Frankenholz" Kaspers Plänen aber wieder neuen Schwung. Am 28. Oktober 2007 war es dann soweit: Pfarrer Andreas Münck weihte nach einigen Jahren Planungs- und Bauzeit die Mariengrotte ein.

Heute sind St. Josef, das Pfarrhaus und die Mariengrotte Zeichen eines unverrückbaren Selbstbewusstseins der Frankenholzer Katholiken. Und St. Josef als Wahrzeichen "ein gutes Stück Frankenholz", sagt Rainer Ruffing.

In diesen Tagen bekommt das Ensemble aber weltlichen Zuwachs, davon kündet der große Baukran, der sich neben dem Glockenturm der Kirche erhebt: Eine neue Kindertagesstätte entsteht im früheren Kirchgarten, getragen von der Arbeiterwohlfahrt.

Die Gewinner unseres kleine Preisrätsels zur Serie "Ich lebe gern in Bexbach" stehen fest. Über je einen Saarland-Toaster dürfen sich ausschließlich Bexbacher Leser freuen: Fritz Dörr, Am Sportpark 23, Petra und Jürgen Schäfer, Rathausstraße 66, sowie Christel König, Verdistraße 21. Herzlichen Glückwunsch! Die Toaster werden Ihnen schnellstens zugeschickt.

Foto: Thorsten Wolf

RainerRuffing
RainerRuffing
Die Mariengrotte im Außenbereich von St. Josef.
Die Mariengrotte im Außenbereich von St. Josef.