Steiler Weg wird entschärft

Als der Weg am Hirzeckberg 2016 fertig war, staunten Anwohner: Er hatte satte 30 Prozent Steigung. Bald werden es nur noch 13 Prozent sein.

Das Wetter ist derzeit widrig. Doch die Arbeit läuft zur Entschärfung des steilen Fußweges am Geislauterner Hirzeckberg. Der Weg ist derzeit natürlich gesperrt. Die Erdarbeiten zur Vertiefung des Böschungseinschnitts oben am Berg und die Absenkung der Steigung auf 13 Prozent seien bereits ausgeführt. Die Neuverlegung der Verbundsteine stehe noch aus, teilte Heinz Beck, zuständiger Fachbereichsleiter im Rathaus, auf SZ-Anfrage mit. Und außerdem werde sich die Maßnahme im veranschlagten Kostenrahmen bewegen.

Bürgermeister Wolfgang Bintz (CDU) hatte bei der Neuplanung im vergangenen September die Kosten auf rund 60 000 Euro beziffert. Bintz hatte den Umbau des gerade erst angelegten Weges veranlasst, weil auch er die Steigung im letzten Abschnitt ("über 30 Prozent") für unzumutbar hielt. Wobei Steigungen an sich am Hirzeckberg, dessen höchster Punkt über 250 Meter hoch liegt, naturgemäß nicht zu vermeiden sind.

Doch neben dem rasanten Anstieg hatte der neue Weg noch ein Problem an sich. Bergab wurde es geradezu gefährlich: Die Verbundsteine waren nämlich mit Sand verfugt, der vom Regen ausgespült wurde. Der sandige und rutschige Untergrund erlaubte nur äußerst vorsichtige Schritte.

Bintz hatte auch erwogen, Stufen anzulegen, entschied sich dann aber für eine andere Lösung: Stattdessen sollte der Hang so weit abgetragen werden, dass der Weg auf dem Höhenniveau eines bereits vorhandenen Waldweges oben am Berg ankommt. Dieser angesprochene Waldweg führt seit alters her vom Eberbachtal beziehungsweise von der verlängerten Straße Am Dietrichsberg hinauf zum Ehrenmal am Hirzeckberg. Beim Umbau des Fußweges ist also oben an der Kuppe ein Einschnitt vorgenommen werden. Dort musste Erdreich in Höhe von 4,73 Metern abgetragen werden.

Rund 100 Baustellen gibt es im Neubaugebiet am Hirzeckberg, und der Fußweg sollte die Abrundung des neuen Wohngebietes darstellen. Mit seinen 30 Prozent Gefälle wäre er sicher eine rasante Schlittenbahn gewesen. Aber auch mit 13 Prozent können sich die Kinder am Hirzeckberg immer noch auf Neuschnee freuen.

Kommentar



Von Doris Döpke

Wege sind zum Gehen da - erst denken, dann bauen

Ein neuer Weg sollte es krönen, das Neubaugebiet, das Anwohner und Stadtverwaltung mit Hoffnung und Freude erfüllte. Aber dann wurde der Weg so gebaut, dass kaum jemand ihn gehen konnte - ein Schildbürgerstreich. Klar, Einschnitte in einen Hang, bei denen man Erdmassen bewegen muss, kosten Geld. Das wollten die Planer sich und anderen wohl nicht eingestehen und entwarfen ein Billigkonzept. Sparsamkeit am falschen Fleck hatte freilich ihren Preis: Die Korrektur kostet die Stadt jetzt 60.000 Euro. Ganz so teuer wäre es wohl nicht geworden, hätte man gleich im ersten Anlauf sinnvoll geplant. Und vor allem hätte sich die Stadt eine Blamage erspart.

Wege sind zum Gehen da. Ob sie dafür taugen, kann man vorab berechnen. Man ist gut beraten, die grauen Zellen einzuschalten, ehe man einen Bau beginnt.