Rentnerin bangt um ihren Hund

Hundehasser sorgen für Schlagzeilen, indem sie Giftköder in der Landschaft auslegen. In Ludweiler warf nun ein Unbekannter sogar Hackfleischbällchen auf einen Hausbalkon. Ein Hund stürzte sich drauf. Und fraß das Rattengift.

Malteser-Mix-Hündchen Lucky (7) ist am 4. November heimtückisch vergiftet worden. "Und er kann immer noch innerlich verbluten", berichtete sein Frauchen , Lilian Buhr, gestern. Lucky hatte einen mit Rattengift präparierten Köder gefressen, kam in die Tierklinik Köllertal. Jetzt heißt es noch rund vier Wochen abwarten, bis der Hund ("ich habe ihn mit der Flasche großgezogen") wirklich übern Berg ist. Lucky bekommt spezielle Medikamente, und regelmäßig werden Blut und Zahnfleisch untersucht. Bis er dann (hoffentlich) wieder unbeschwert mit seiner Freundin und Hausgenossin, dem Mini-Yorkshire Elly (2), spielen kann.

Am 4. November, morgens zwischen neun und zehn Uhr, hatte Lilian Buhr ihre beiden Hunde hinaus auf den Balkon ihrer Wohnung gelassen. Als sie wieder nach ihnen schaute, bemerkte sie, dass Lucky etwas Ungewöhnliches im Maul hatte. Es war zu spät, ihn noch am Verschlingen zu hindern. Wenig später begann der Hund zu erbrechen. Und dann war es höchste Zeit, dass er zum Tierarzt kam.

Auch Elly hatte versucht, einen solchen Klumpen aufzunehmen, doch Frauchen konnte ihn "gerade noch vorher schnappen". Und auf dem Balkon lag noch mehr: weitere Hackfleischbällchen mit auffälligen dunklen Flecken. Die Völklinger Polizei kam, um die Anzeige aufzunehmen, und schrieb einen ausführlichen Bericht. Die Wohnung liegt im ersten Stock eines Wohn- und Geschäftshaus am Rande des Friedrich-Ebert-Platzes in Ludweiler . Nach Abdrücken an der Wand zu urteilen, müssen die Bällchen von unten, also vom Friedrich-Ebert-Platz aus, auf den Balkon geworfen worden sein. Laut Tierarzt enthielten sie eindeutig Rattengift. Lilian Buhr ist ratlos. Sie kann nur mutmaßen, "dass vielleicht jemand das Bellen gestört hat". Die Polizei ermittelt, aber Sprecher Stefan Schneider betonte, dass es sich hier um einen absoluten Einzelfall handele: "Es hat in der nahen Vergangenheit keine Hinweise auf ausgelegte Giftköder gegeben."

Rund 450 Euro hat die Rentnerin bisher schon für die Behandlung aufwenden müssen. In dem Nagelstudio, das ihre Tochter Rebekka in Karlsbrunn betreibt, steht eine Spendenkasse.

Hinweise an die Polizei in Völklingen, Tel. (0 68 98) 20 20.