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Studieren war ihm zu langweilig
Die Bagger haben es ihm angetan

Florian Blatt aus Ludweiler bei einer Arbeitspause in der Werbelner Straße in Ludweiler.
Florian Blatt aus Ludweiler bei einer Arbeitspause in der Werbelner Straße in Ludweiler. FOTO: BeckerBredel
Ludweiler. Florian Blatt (21) aus Ludweiler ist als Tiefbau-Facharbeiter der beste Auszubildende im Saarland. Schon als Kind begeisterte er sich für Baustellen aller Art.

Wenn Florian Blatt früher mit seiner Mama Christiane (ja, das ist die künftige Oberbürgermeisterin) als Kind spazieren ging, musste auf dem Weg eine Baustelle liegen: „Sonst hat mich nix nach draußen gelockt“, sagt der 21-jährige Tiefbau-Facharbeiter, der kürzlich als landesbester Auszubildender seines Fachs von der IHK Saarland ausgezeichnet wurde.


Florian spielte mit Baggern, er sammelte Bagger, er lernte Namen von Baggern auswendig, arbeitete in allen Ferien auf Baustellen mit Baggern, und nach dem Abitur auf dem Warndtgymnasium gab’s nur ein Ziel: den Straßenbau! Der Bagger wegen. „Die Baumaschinen haben es mir angetan. Ich hab’ ein Elektrotechnik-Studium versucht, das war zu theoretisch. Dann ging ich drei Monate zur Firma Dittgen Straßenbau und hab’ direkt eine Lehre begonnen“, blickt er zurück und ist geradezu fasziniert.

„Da kommt ein Wacker Neusen EZ 80 mit Schnellwechsler und 80er Tieflöffel“, unterbricht er, als ein  grüner Dittgen-Bagger auf ihn zufährt. Das ist ja interessant, denkt man als Laie, der noch nie den Namen Wacker Neusen gehört hat. Aber Florian Blatt kennt jeden Baggertyp. Alle drei Jahre ist sein Highlight die Baumaschinenmesse in München. Mit dem Vater reist er dorthin, der Termin ist fix.  Dann geht Blatt das Herz auf, Bagger, so weit das Auge reicht.



„Deswegen musste es auch der Tiefbau sein. Im Hochbau hat man keine Baumaschinen. Und wir bauen Straßen, die Jahrzehnte überdauern, man erschafft etwas, was man direkt sehen kann. Dass man dem Wetter ausgesetzt ist, stört mich dabei gar nicht“, sagt er. Er  hat gerade die Lehre verlängert, um den Gesellenbrief als Straßenbauer zu bekommen. Die Firma Dittgen werde ihn übernehmen. Dann wolle er den Meister  machen.

Seine Schulfreunde, die meist an Unis sind, wunderten sich nicht. Seine Passion sei denen bekannt gewesen. Und was er in seiner Freizeit macht? Mit den zwei Baggern, die sein Onkel gekauft hat, am Haus arbeiten oder der Mutter mal schnell einen neuen Vorgarten anlegen. Vater, Sohn und Onkel scheinen die Leidenschaft für Baumaschinen zu teilen. Und warum er dann nicht gleich Baggerfahrer geworden ist? „Ich will mit den Baggern und nicht auf dem Bagger arbeiten.“