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Der Preis sind die persönlichen Daten

Der Preis sind die persönlichen Daten

Rund 40 Besucher folgten den Ausführungen eines Informatikers und Internet-Experten anlässlich der VHS-Elternschule. Sein Tipp: Vorsicht walten lassen mit persönlichen Informationen im Netz, Daten besser streuen, seine Rechte kennen, und mit seinen Kindern in Dialog treten.

Das Foto von der letzten Party bei Facebook veröffentlichen, ein Video vom Strandurlaub bei YouTube hochladen, Schuhe bequem online bestellen, mit Freunden skypen, die Route zum Open-Air-Konzert berechnen lassen - das Internet bietet viele Möglichkeiten.

Die kostenlosen Angebote gibt es jedoch nicht umsonst. Der Preis, den die Nutzer zahlen, sind ihre persönlichen Daten. "Was weiß das Internet über uns?", lautete am Dienstagabend die Frage in der Elternschule der Volkshochschule Völklingen.

Am Warndt-Gymnasium berichtet Informatiker Daniel Krauß den etwa 40 Besuchern von einem Dienst, der verspricht, versendete Bilder und Videos nach einer bestimmten Zeit automatisch zu löschen. Auf dem Server bleiben die Schnappschüsse und Filmchen jedoch gespeichert, auch wenn sie nicht mehr zu sehen sind. "Das Internet vergisst nie, zumindest nicht freiwillig", betont der Fachmann. Im Netz hat er beispielsweise eine Homepage des Warndt-Gymnasiums aus dem Jahr 2001 gefunden. Die Erklärung: Es gibt Webseiten , die andere Webseiten speichern.

Facebook , Microsoft , Google und Co. sind Datenkraken. Anhand der GPS-Daten lässt sich ein Bewegungsprofil des Smartphone-Nutzers erstellen. Und Suchanfragen im Internet geben Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand, die Jobsuche oder den Kinderwunsch.

Aus den Daten schlagen die Web-Unternehmen Kapital. Und wie machen sie Geld? Daniel Krauß kennt die Antwort: "Mit Werbung!" Sie wird im Internet zielgruppenorientiert gebucht. So kann ein Online-Shop genau vorgeben, welcher Personenkreis von seiner Reklame angesprochen werden soll. "Je öfter Werbung geklickt wird, umso mehr Provision wird gezahlt", erklärt der Referent. Der Markt ist riesig, allein Facebook hat jeden Monat 1,6 Milliarden aktive Nutzer.

Dabei gilt: Personenbezogene Daten dürfen ohne Zustimmung nicht gespeichert werden. Ohne diese Zustimmung kommt der User in der Internetpraxis allerdings oft nicht weit. Deshalb setzt er den Haken unter die Nutzungsbestimmungen. Wer Informationen löschen lassen will, sollte den Webseiten-Betreiber kontaktieren. Laut Europäischem Gerichtshof gibt es ein Recht auf digitales Vergessen.

Der Fachmann rät, nicht erst zu handeln, wenn es zu spät ist. Man sollte genau überlegen, welche persönlichen Daten preisgegeben werden. Wer unterschiedliche E-Mail-Adressen und Benutzernamen nutzt, Browser-Cookies löscht und sich immer ausloggt, hinterlässt im weltweiten Netz weniger Spuren.

Außerdem gibt es Alternativen zu den Marktführern. "Blinde Kuh" etwa, eine Suchmaschine für Kinder, speichert keine Daten. Mit Blick auf den Nachwuchs empfiehlt Experte Krauß den Eltern, die Programme und Dienste selbst kennenzulernen und mit ihren Kindern in Dialog zu treten.