Der Endspurt vor dem Fest

Schnell, schnell, am Tag vor Heiligabend noch einen Weihnachtsbaum besorgen: Das Völklinger Forstamt am Simschel hatte am Dienstagmorgen noch Bäume und auch Tannenzweige zu bieten. Kaufen die Kunden dort ihre Bäume immer auf den letzten Drücker? Und haben sie alle Geschenke beisammen? Wir haben sie gefragt.

 Monika Kruse strahlt auch: Sie hat noch einen schönen Baum gefunden. Foto: Becker&Bredel
Monika Kruse strahlt auch: Sie hat noch einen schönen Baum gefunden. Foto: Becker&Bredel Foto: Becker&Bredel

Sascha Görgen, der beim städtischen Forstamt in Völklingen arbeitet, zählt in diesem Jahr rund 1300 verkaufte Weihnachtsbäume . Im vorigen Jahr waren es ungefähr ebenso viele, sagt er: "Wir haben hier sechs verschiedene Baumarten im Verkauf. Am beliebtesten sind die Nordmann-Tannen und die verschiedenen Fichtenarten, die wir mit einer Höhe von bis zu acht Metern anbieten." Görgens Völklinger Kunden kaufen ihre Weihnachtsbäume immer recht spät ein: "Die meisten Bäume haben wir am letzten Samstag verkauft." Auch der 37-Jährige ist mit seinen Erledigungen spät dran, seine letzten letzten Einkäufe stehen am Heiligabend noch auf dem Programm. "Da wir von früh bis spät abends mit dem Baumverkauf beschäftigt sind, hatte ich leider noch keine Zeit, alles zu erledigen", erzählt er. Seinen eigenen Baum hat der Waldarbeiter allerdings schon seit ein paar Tagen geschmückt zu Hause in Völklingen stehen.

Die Rentnerin Monika Kruse und ihr Mann wollten sich dieses Jahr eigentlich keinen Weihnachtsbaum zulegen. Denn sie hatten vor, nach Hamburg zu ihren Kindern zu fliegen. Doch es kam anders: "Mein Mann wurde leider kurzfristig krank", sagt sie. "Nun muss ich auf die Schnelle noch einen passenden Baum auftreiben." Ihr Baum wird jedes Jahr am Vormittag des Heiligen Abends geschmückt. "Die Geschenke habe ich natürlich alle schon besorgt. Ich kaufe sie immer schon Anfang Dezember, damit ich nicht in den Weihnachtstrubel gerate", sagt die 68-jährige Völklingerin.

"Ich besorge Geschenke das ganze Jahr über, weil ich schon vorher weiß, wem ich was schenken werde", erzählt Margot Barth aus Völklingen . Die 67-Jährige holt sich jedes Jahr ein paar Tannenzweige, die sie dann in eine Vase stellt und wie einen Baum mit Kugeln schmückt. "Meine Tannenzweige werden traditionell am 23. Dezember hier im Forsthaus gekauft. Da weiß ich, dass sie schön und noch frisch sind", erklärt die Erzieherin.

Hans Bernardy, der sich dieses Jahr das erste Mal lose Tannenzweige besorgt, schmückt sie, wann es ihm am besten passt: "Früher hatten wir immer einen Weihnachtsbaum. Aber da unsere Kinder bereits erwachsen sind, brauchen wir das nicht mehr. Eine Schmück-Tradition gibt es bei uns nicht. Wenn die Zeit es zulässt, schmücken wir unseren Baum auch schon einige Tage vor Weihnachten." Auch er besorgt die Geschenke für seine Lieben gern früh, um dem Weihnachtsrummel zu entgehen.

"Die Geschenke haben wir schon alle beisammen. Aber einen Weihnachtsbaum müssen wir heute noch kaufen", sagt Kedid Alberts aus Völklingen . "Wenn wir dann einen Baum gefunden haben, schmücken wir ihn immer einen Tag vor Weihnachten." Höchstens Pralinen oder ähnliche Kleinigkeiten besorgt die 56-jährige Inhaberin eines Taxi-Unternehmens spontan kurz vor Heiligabend .

Tina Zimmermann ist mit ihrer Tochter Luisa (4) auf Baumsuche. Die 32-Jährige, die gerade eine Umschulung zur Erzieherin macht, erledigt ihre Weihnachtseinkäufe immer ziemlich spät: "Da ich jeden Tag lange arbeite, gestaltet sich gemütliches Bummeln leider schwierig. Deswegen muss ich kurzfristig einkaufen gehen." Die Völklingerin schwört auf die Bäume vom städtischen Forstamt: Die seien besonders schön. "Unser Tannenbaum wird traditionell am Heiligen Morgen geschmückt. So kenne ich das aus meiner Kindheit, und so möchte ich das auch beibehalten", sagt sie.