Abtanzen bis in die Puppen

Es hat schon fast etwas Familiäres, wenn die Karnevalsgesellschaft die Beele's zu ihrer traditionellen Oldienacht bittet. Die Gäste, die kommen, wissen: Hier erwartet sie Stimmung pur, heiße Musik, Bands wie alte Kumpel, die schon öfter dabei waren. Und es wird abgetanzt, bis die Warndthalle wackelt.

Weit früher als sonst ist die Warndthalle in Ludweiler zur Oldie-Nacht der Karnevalsgesellschaft Die Beele's schon richtig voll. "Das habe ich so noch nicht erlebt", so Präsidentin Tanja Baschab bei ihrer Begrüßung. Zunächst aber muss sie dabei auf eine Frage eingehen, die weder mit Musik noch mit Party zu tun hatte: "Selbstverständlich werden wir bei unserem Fastnachtsumzug mit Gudzjer schmeißen", verkündet sie und erntet Jubel von ihrem Publikum. Das Wurfmaterial beim beliebten Ludweiler Umzug war nämlich das Tagesgespräch im Völklinger Ortsteil, nachdem die SZ titelte "Beele's wollen keine Gudzjer werfen". Wollen sie definitiv, wie Zugleiter Thomas Lavall noch einmal verdeutlicht: "Die Industrie produziert nicht unbedingt so, wie wir das gerne hätten, außerdem wollen wir mehr hochwertigeres Wurfmaterial einsetzen."

Wenig später ist das schon Anekdote, jetzt regieren Musik und Tanz. "Etwa 850 Besucher in der Halle, das sind schon richtig viele, aber da geht noch mehr", so die Präsidentin zufrieden und zuversichtlich. Die 1000er-Marke sei noch drin. Zur Freude des Beele's-Vorstandes. Hoch zufrieden auch Beele's-Schatzmeister Thomas Lavall: "Es ist uns gelungen, das Dorf wieder in die Halle zu holen, dazu sind noch viele Umzugsteilnehmer gekommen - und das in ganzen Cliquen."

Letztere tun sich damit in mehrfacher Hinsicht einen Gefallen. Erstens fühlen sie sich gut unterhalten. Außerdem gilt die Schlager- und Oldienacht als wichtiger Finanzierungsbaustein für den Karnevalsumzug der Beele's am Fastnachtssonntag. Gerade rockt die Band Foolin around, zum dritten Mal in Folge bei einer Oldienacht der Beele's. Sänger Daniel Mirtennutz sagt irgendwann: "Das ist jetzt schon doppelt so geil wie voriges Jahr."

Musikalischer Staffellauf

Da das Sextett sowohl jüngere Hits, wie die von Revolverheld, als auch Oldies kann, bleiben nur noch wenige Wünsche offen. "Footlose", "Power of Love", alles Filmhits aus den 1980er und 90er Jahren. Die Tanzfläche jetzt schon richtig voll, viele gönnen sich nur wenige Tanzpausen. Von Bühnenseite sind solche Tanzpausen nicht zu erwarten, denn mit der Band Room-Service und DJ Raval liefern sich Foolin around den ganzen Abend über einen fließenden, rasanten musikalischen Staffellauf.

Duncan Hell, selbst begeisterter Musiker, gefällt, was Foolin around anbietet: "Die trauen sich einfach an alles ran, und das beste: Alles klingt richtig gut." Ein Gespür für die Wünsche des Publikums haben die Jungs außerdem. "Wollt ihr Tanzen?" Klar! "Wie wäre es damit?" Chuck Berry's "Johnny B. Good" erklingt. Das ist eindeutig ein Rock'n'Roll, passt! Gegen Ende lässt sich dazu sogar prima mitsingen: "Go, Go - Go Johnny, go, go."

Nur von Songs, die dank Frauenpower zu Welthits wurden, lässt das Sextett die Finger, Fließband-Schlager à la Fischer ist eh nicht ihr Ding. Die saarländische Band Room-Service zieht ihr Konzept mit dem Bandnamen auch in der Beschreibung des Repertoires durch. "Terrine" von Robbie Williams mit heimischen Rockeinlagen von Marius Müller- Westernhagen, an karamellisierten CCR mit Nena und gerösteten Beatles", so beschreiben sie ihr musikalisches Menü, oder: "Tranche von gebratenem Peter Schilling in der Tina Turner Pfefferkruste auf asiatischen Spider Murphy Gangs mit Curry Rio Reiser ".

Heißt also, dass jetzt dank Sängerin Jenny Piro auch Songs weiblicher Rockröhren auf dem Programm stehen. So auch "Simply the Best." Was noch fehlt, steuert DJ Raval bei. Zum Beispiel den italienischen Dauerbrenner "Volare - oho, cantare, ohohoho."