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130 Flüchtlinge folgen Einladung der Polizei

130 Flüchtlinge folgen Einladung der Polizei

16 Dolmetscher waren am Samstag im Dorfgemeinschaftshaus Geislautern behilflich, in Völklingen lebende Flüchtlinge mit den Aufgaben von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk bekannt zu machen. Das Treffen stieß auf großes Interesse.

Wie setzt man einen Notruf ab? Welche Aufgaben hat das Technische Hilfswerk (THW)? Warum sind Licht und erkennbare Kleidung für Fahrradfahrer so wichtig? Antworten auf diese und ähnliche Fragen geben Experten am Samstag im Dorfgemeinschaftshaus Geislautern . Im Saal und auf dem Hof informieren Polizeibeamte, Feuerwehrleute und THW-Mitglieder über ihre Arbeit. Zielgruppe sind die in Völklingen lebenden Asylbewerber .

Rund 130 Flüchtlinge folgen der Einladung, darunter auch Familien mit Kindern.

"Ich freue mich, dass so viele gekommen sind", sagt Jörg Hiry, der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Völklingen. Die Besucher sind ebenfalls zufrieden, sie loben den hohen technischen Standard der Ausrüstung und die Freundlichkeit der Gastgeber.

Die Initiative für die Veranstaltung kam von der Polizei , eine sozial engagierte Kommissarin hatte die Idee. Die beiden anderen Hilfsorganisationen und die Stadt sprangen mit ins Boot. Ein Bus-Shuttle wurde organisiert, an das leibliche Wohl ihrer Gäste haben die Organisatoren ebenfalls gedacht.

Als Mittagessen wird eine Gemüsesuppe serviert. 16 Dolmetscher sorgen für eine gute Kommunikation. Die Flüchtlinge hören zu, fragen nach, begutachten Fahrzeuge und Geräte. Der Nachwuchs dreht auf dem Roller-Parcours der Jugendverkehrsschule eine Runde oder entert die Drehleiter der Feuerwehr. Im Korb geht's weit nach oben. "Wir hatten keine Angst", versichern zwei Jungs, nachdem sie wieder festen Boden unter den Füßen haben.

Wer sich bei der Feuerwehr engagieren möchte, erklärt Wehrführer Herbert Broy, müsse der deutschen Sprache mächtig sein. Körperliche Fitness sei ebenfalls wichtig. Tesfaldet (27) packt seit einigen Monaten beim THW mit an. "Es gefällt mir gut", sagt der junge Mann aus Eritrea, der in diesem Jahr seine Grundausbildung beginnt. "Er ist bei uns sehr gut integriert", versichert Christian Mertens. Der Pressesprecher erklärt: Flüchtlinge , die beim Technischen Hilfswerk ausgebildet werden, können bei einer Rückkehr in ihre Heimat helfen, die Infrastruktur wieder aufzubauen. In Eritrea gibt es kein THW. Eine freiwillige Feuerwehr mit ehrenamtlichen Kräften ist in den meisten Herkunftsländern der Flüchtlinge ebenfalls nicht im Einsatz.

Mit der Polizei haben viele Asylsuchende in ihrer Heimat oder auf der Flucht schlechte Erfahrungen gemacht. In den Gesprächen bemühen sich die Beamten deshalb, Ängste abzubauen und Vertrauen zu schaffen. In Deutschland, so die Botschaft, wirkt die Polizei als Freund und Helfer. Die Polizisten machen aber auch deutlich: Jeder, der gegen das Gesetz verstößt, wird gleich behandelt - unabhängig von Herkunft oder Religion.