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Jubiläum
Musikschule feiert 50-jähriges Bestehen

 Ralph  Himmler an der Trompete und Christof Thewes an der Posaune beim Dozentenkonzert im Salzbrunnenhaus.
Ralph Himmler an der Trompete und Christof Thewes an der Posaune beim Dozentenkonzert im Salzbrunnenhaus. FOTO: Ute Haupenthal
Sulzbach. Seit 2003 hat Uwe Brandt die Leitung über die Schule im Sulzbachtal. Von Michèle Hartmann

Als der Liter Normalbenzin noch 62 Pfennig kostete, Heinrich Lübke Bundespräsident war, der Stadtrat von Passau das Tragen von Bikinis in öffentlichen Badeanstalten erlaubte und Udo Jürgens die Charts mit seinem Hit „Cottonfields“ besiedelte, da ging sie in Betrieb: die Musikschule Sulzbach-/Fischbachtal. Ewald Fischbach brachte sie damals auf Touren, leistete gute Aufbauarbeit und übergab im Jahr 2003 das Zepter nach 34 Jahren dem heutigen Chef der Einrichtung, Uwe Brandt. Er freut sich, nun das 50-jährige Bestehen feiern zu können.


550 Schüler, 35 Dozenten, das ist die Einrichtung in der Sulzbachtalstraße in Zahlen. Im Prinzip, sagt ihr Chef, kann man hier eigentlich alle möglichen Instrumente erlernen – außer Oboe und Fagott. Besonders beliebt sind Piano und Schlagzeug, ebenso auch Gitarre, Cello und Geige sowie die Streichinstrumente ganz allgemein. Uwe Brandt hat 1979, mitten im Studium, als Klavierlehrer in der Musikschule begonnen und, wie er sagt, im Lauf der Jahre gelernt, was wichtig ist, was eine Musikschule wirklich ausmacht. Es geht um die Philosophie des Hauses, die nicht nur reinen Vokal- und Instrumental-Unterricht anbieten möchte, sondern noch einiges darüber hinaus. Das fängt an beim kostenlosen Ensemble-Unterricht, geht über diverse Ergänzungsfächer (Theorie/Musikgeschichte) und bindet auch die frühkindliche Erziehung mit ein. Da werden die Kleinsten mit elementaren musikalischen Bausteinen konfrontiert, getreu dem Motto, dass Musizieren den Mensch in seiner Persönlichkeitsentwicklung positiv zu prägen vermag. „Ich mache meinen Job mit Herzblut“, sagt der Herr des Hauses, der über die Jahre innovativ tätig war und immer noch ist. Beispielsweise führte er das Instrumentenkarussell ein. Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren konnten so alle fünf Wochen ein anderes Instrument kennenlernen. Oder die Meisterkurse, die Meisterkonzerte, und nun – ganz neu – auch den sogenannten Flex-Unterricht. Da können die Eltern der jungen Musikschüler die Instrumente auswählen und nicht etwa der Dozent. Das sei variabler und intensiver als das Instrumentenkarussell, weil hier auch Einzelunterricht erteilt werde, sagt Uwe Brandt.

Von fünf Kindern, die sich hier austesten können, würden in der Regel vier bleiben. Im Übrigen, so Brandt, sei er stolz darauf, dass die Musikschule Sulzbach die einzige im Saarland sei, die ein Schüler-Orchester ihr eigen nennt. Stolz ist der Pianist auch darauf, dass man eine „starke Vernetzung mit Schulen und Kindergärten in der Region“ erreicht habe. Das sei schon „ziemlich einzigartig“. Das Neueste hinsichtlich dessen: ein Projekt, das sich „Das Beste aus zwei Welten“ nennt. Nach den Sommerferien startet es in der städtischen Kita im Stadtteil Neuweiler. Dort soll es – mit dem Zutun von Musikschul-Dozenten sowie der Erzieherinnen – frühkindliche Bildungsangebote geben. Die Kosten zahlt die Stadt Sulzbach, das hat 2017 der Stadtrat genehmigt. Uwe Brandt vergisst im Übrigen auch nicht, den Förderkreis der Musikschule zu erwähnen, er sei „unglaublich wichtig und  eine ganz große Unterstützung“.