Abwechslung prägt Schauspiele-Abend

Abwechslung prägt Schauspiele-Abend

Bei „Theater um 6“ wird dem Publikum eine gelungene Mixtur aus dem saarländischen Amateurtheater geboten.

"Sie werden alle Facetten des Theaters kennenlernen", versprach Brigitte Thul am Samstagabend. Die Bezirksvorsitzende Süd des Verbandes Saarländischer Amateurtheater e. V. hatte bei der erneuten Auflage von "Theater um 6" im voll besetzten Salzbrunnenhaus nicht übertrieben. Auch nach über einem Vierteljahrhundert des Bestehens der beliebten Spieleabend-Reihe kann man sich über mehrere Stunden einen Überblick über die verschiedenen Theatergenres in unserer Ecke verschaffen.

Den Auftakt machte die Jugendgruppe der Theaterfreunde 1921 Altenkessel mit "Der Sommermord" von Raphael Bolinger. Mit "das ist nichts für schwache Nerven" wurden die Zuschauer vorgewarnt. Denn es blieb spannend. Internatsschüler, die sich auf Klassenfahrt befinden, landen in einer Bruchbude, die im Prospekt als "historisches Anwesen" angepriesen wurde. Man wähnt sich zurück in der Vergangenheit. Eine Stunde dauerte schon der Fußmarsch vom Bahnhof. Die Inhaberin ist nach dem Tod des Bruders mit dem Objekt überfordert und will es loswerden. Die Schüler glauben, sie habe etwas mit der verschwundenen Viviane zu tun.

Da hatte die Ü-50-Theatergruppe der VHS Sulzbach ganz andere Sorgen. In dem von Brigitte Thul auf Saarländisch umgeschriebenen Stück "Der Patient" ist der kranke Werner von Blinddarmproblemen geplagt. Mehrere Schwestern umsorgen ihn. Das würde heutzutage der Patientenschlüssel in einer Klinik gar nicht ermöglichen. "Na, wie fühlen wir uns denn heute?", der Satz der Schwester musste ja kommen. Doch Werner muss mehr als tapfer sein. Bekommt er doch immer wieder von den Damen in Weiß auf den Bauch gehauen und muss dann aufschreien. Die Schwestern sind sich gegenseitig nicht grün und zicken rum. "Der Blinddarm auf Station 304 gehört mir", sagte gar die Oberschwester. Ergänzt wurde der Auftritt der Gruppe um einen Sketch von Otto Waalkes, nämlich "Die mündliche Führerscheinprüfung". Und das Ganze umgeschrieben auf Saarländisch. Der Prüfling, der über Autos, Straßenkreuzungen und Jünglinge philosophiert und Beckenbauer und Hoeneß ins Spiel bringt, treibt den Prüfer in den Wahnsinn. Man ahnt es schon. Durchgefallen. Wohin die vorgetäuschte Entführung einer Sau führen kann, zeigte die Laienbühne Quierschied mit "Bauer sucht Sau" von Werner Ohnemus. Bauer Norbert hat mit Kumpel Michael die Entführung der Sau Jessika vorgetäuscht. Gegenüber seiner Frau Babs gibt er sich ahnungslos. Von dem verlangten Lösegeld will er Schulden bei Michael bezahlen und sein Motorrad aus der Werkstatt auslösen. Doch Babsi und Michaels Frau kommen den Männern auf die Schliche. Die Frauen entführen gar die Entführte und bringen Jessika bei Bauer Wutz in Illingen unter. Sie rächen sich mit einer weiteren Lösegeldforderung. Doch dann passiert etwas völlig Unerwartetes.

Der Klavier-Kabarettist Lukas Philippi war in Sulzbach bereits zum dritten Mal zu Gast. Mit im Gepäck hatte er unter anderem das Lied "Lass dir Zeit". Es handelt von einer Braut, die sich am Altar nicht entscheiden kann und mit dem Pfarrer durchbrennt. Beim Lied über beamtete Lehrer bezog der Wallerfanger Künstler die Leute beim Singen mit ein und sorgte so für Stimmung. Mit viel Witz und Humor präsentierten Edith und Klaus-Peter Steffe vom Marionettentheater "Kleine Leute" das Stück "Hannah". Das Homburger Amateurtheater hatte sich eine Handwerkerszene aus Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" ausgesucht.