Heimatgeschichte prangt auf Emaille

Die CDU in Schafbrücke macht sich für drei historische Gebäude im Stadtteil stark und will diese zunächst einmal als solche kennzeichnen. Bezirksbürgermeister Daniel Bollig enthüllte am Freitag eine erste Emailletafel.

Sie hängt an der Fassade des Antiquitätenhandels Graeff, der in der alten Kettenfabrik seine Geschäftsräume hat. Die Tafel erinnert an die alte Zeit und erinnert an hohen Besuch: An der damaligen Becker'schen Kettenschmiede soll Kaiser Wilhelm II. 1892 auf der Reise zum Stumm'schen Schloss auf dem Halberg Station gemacht haben.

Der CDU-Ortsvorsitzende Fred Kreutz erläuterte: "Der Kaiser wurde damals mit einem Ehrentor aus Kettengliedern empfangen, und diese Ketten wurden in Schafbrücke hergestellt." Der verstorbene Heimatforscher Hermann Friedrich hatte diese und andere Geschichten recherchiert. Nach seinem Tod, so Kreutz, sollen diese Erkenntnisse zugänglich gemacht werden.

Zu Ehren von Friedrich und zur Bewahrung der wichtigen Informationen habe der Bezirksrat beschlossen, insgesamt drei Tafeln aufzuhängen. Die erste wurde nun an der Kettenfabrik enthüllt, zwei weitere folgen in den kommenden Jahren. Eine wird die alte Ölmühle in der Kaiserstraße kennzeichnen. Sie liegt gegenüber dem Bahnhof.

Eine dritte Tafel kommt an die Industrieanlage Stahlhammer Goffontaine, die Kreutz als "Wiege der saarländischen Stahlindustrie" bezeichnete. Zwar sei der Industriebau nicht erhalten, doch werde die Tafel an den Verwaltungsgebäuden nahe der Festhalle montiert. Pfarrer Peter Serf gab der ersten Tafel den kirchlichen Segen und lobte die Initiative, weil sie die Identität des Ortes bewahre. Der Bezirksrat bewilligte für die Tafel 300 Euro.