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Drei Fälle für echte Katzenfans

Mini musste ins Heim, weil sie im alten Zuhause nie ganz stubenrein wurde. Ihre Betreuer hoffen, dass Minis Problem verschwindet, wenn sie Freigang bekommt. Fotos: Barbara Cornetz/Patrick Miethke
Mini musste ins Heim, weil sie im alten Zuhause nie ganz stubenrein wurde. Ihre Betreuer hoffen, dass Minis Problem verschwindet, wenn sie Freigang bekommt. Fotos: Barbara Cornetz/Patrick Miethke
Saarbrücken. Sie wurden ausgesetzt, schweren Herzens weggegeben oder waren nach dem Tode ihrer Besitzer unversorgt. Im Bertha-Bruch-Tierheim warten sie auf ein Zuhause. So beginnen seit nun 18 Jahren unsere „Wer will mich?“-Geschichten. Diesmal geht es um Mini, Dino und Ida, die schon einiges erlebt und durchlitten haben. Trotzdem sind sie jedem ein liebenswerter Hausgenosse, der Katzen mag. Frank Kohler

Mini, auf dem großen Foto mit Sabrina Blass zu sehen, ist eine getigert-weiße Katzendame, geboren im Mai 2003. Ihre frühere Besitzerin sagt, sie sei von Anfang an unsauber gewesen, ohne dass sich eine organische Ursache dafür fand. Mini lebte nur in der Wohnung. Ob das eine Verhaltensstörung auslöste? Heimsprecherin Tabatha Walter hofft, dass sich die Unsauberkeit legt, wenn Mini ein Zuhause mit Freigang hat. "Erfahrungsgemäß kann sich eine Katze in diesem Alter noch daran gewöhnen." Bei Mimis Besitzern kann es durchaus eine andere Katze geben. Doch vor allem sollten sie Mimi mal raus lassen.

Dino gibt, wie das bei Fundtieren so ist, seinen Betreuern Rätsel auf. Woher er, ein Kater im mittleren Alter, kommt, was hinter ihm liegt, bleibt für die Betreuer im Dunkeln.



Ein schlimmes Erlebnis steckt ihm auf jeden Fall in den Knochen. Als die Katzenbetreuer des Bertha-Bruch-Heims Dino wie jeden neuen Schützling untersuchen ließen, fand der Tierarzt einen alten Bruch am Hinterlauf. Darum hatte sich vor den Saarbrücker Tierschützern niemand gekümmert. Entsprechend schlecht ist dieser Bruch verheilt. Heimsprecherin Tabatha Walter sagt, was das bedeutet. "Leider kann man da nachträglich operativ nichts mehr machen. Die alte Verletzung bereitet Dino manchmal Schmerzen. In solchen Fällen bringt eine Kur mit Schmerzmitteln oder homöopathischen Medikamenten wie Traumeel oft Linderung." Der erste Versuch scheiterte, Dino mit "Wer will mich?" ein neues Zuhause zu verschaffen. Den zweiten Anlauf hat Dino aber auf jeden Fall verdient. Wer ihn haben möchte, sollte wissen: Er hat einen großen Freiheitsdrang und benötigt unbedingt Freigang. Schon jetzt büxt er gern aus seinem Katzenzimmerchen aus und inspiziert die Heim-Flure.

Auf Treffen und Flirts mit Artgenossen hat er es bei diesen Ausflügen allerdings nicht abgesehen. Tabatha Walter sagt:

Name: Dino

Alter: sechs bis neun Jahre

Rasse: Europäisch Kurzhaar

Kastriert: ja

Gesundheit: schlecht verheilter Bruch, der manchmal weh tut

Besonderheiten: Einzelhaltung, keine Kinder, Dino braucht katzenerfahrene neue Besitzer

"Dino ist absoluter Einzelkater. Bei anderen Katzen rastet er völlig aus. Anscheinend hat er schon sehr schlechte Erfahrungen mit seinesgleichen gemacht. Zu Menschen ist er, je nach Sympathie, lieb und für sein Alter sehr verspielt." Dino ist wegen seiner Eigenheiten kein Fall für Katzenanfänger oder Familien mit kleinen Kindern. Er kann sehr besitzergreifend sein und möchte seinen Menschen nicht aus dem Zimmer lassen. Beim Spielen ist er ein wenig grob. Man muss einfach Zeit mit ihm verbringen, um ihn kennenzulernen. Im Heim hat er schon einige Fans."


Kommen wir zu Ida. Sie kam mit ihrem Gefährten Isidor ins Heim, weil sie in ihrem damaligen Zuhause nicht bleiben konnte. Im Tierheim fühlt Ida sich nicht wohl. Selbst mit Isidor, inzwischen vermittelt, gab es Knatsch.

Die Betreuer setzten Ida in eine andere Katzengruppe. Sie muss aber nicht mit Artgenossen leben. Allein ist sie sehr lieb und verschmust. Ida hat ein mittleres Alter. Das Gebiss auch. Der Tierarzt musste ihre Zähne in Ordnung bringen. Ida kennt nur Wohnungshaltung. Wenn ihre neuen Menschen viel daheim sind, wäre eine Einzelhaltung in Ordnung. "Sonst freut sich jede Katze natürlich über Freigang, auch als ehemaliger Stubentiger."

Name: Ida

Alter: sechs bis neun Jahre

Rasse: EKH

Kastriert: ja

Gesundheit: keine Probleme

Besonderheiten: EinzelhaltungWeitere Infos im Bertha-Bruch-Tierheim (außer montags) unter (06 81) 5 35 30.

www.tierheim-saarbruecken.de


Gekippte Fenster sind lebensgefährlich


Ins Saarbrücker Tierheim kommen viele Katzen bereits krank oder verletzt. Dabei müssten viele Blessuren gar nicht sein. Auf ein verkanntes Risiko, das Tieren lebenslanges Leid bereiten oder sie sogar töten kann, weist die Heimsprecherin Tabatha Walter hin: gekippte Fenster.

Egal ob reine Wohnungskatze oder Freigänger: Gefahren lauern auch in den vier Wänden. Sie zu beseitigen gehört für einen verantwortungsvollen Katzenbesitzer einfach dazu. Da wir in letzter Zeit viele Katzen mit Kippfenstersyndrom bekamen, möchten wir gerade auf diese Gefahr in der Wohnung hinweisen.

Katzen sind neugierig. Wenn das Fenster gekippt ist, besteht die Gefahr, dass die Katze beim Versuch stecken bleibt, nach draußen zu gelangen. Die Katzen bleiben meist mit dem Becken hängen. Durch die verzweifelten Befreiungsversuche rutschen sie immer tiefer. Selbst kann sich eine Katze nicht mehr befreien. Die Schwere der Verletzung hängt ab von der Dauer und davon, wie heftig die Befreiungsversuche waren. Die Katze muss sofort zum Tierarzt.

Denn sie kann sich die Hauptschlagader des Bauches gequetscht haben. Das verhindert die Blutzufuhr für die Hinterläufe und kann zur vollständigen Lähmung führen. Weitere häufige Verletzungen beim Festhängen im Kippfenster sind Blutgerinnsel in den Bauchgefäßen, Schäden der inneren Organe und Brüche der Lendenwirbelsäule.

Also gibt es für Katzenhalter diese Tipps: Lassen Sie keine Fenster geöffnet, wenn Sie sich nicht in der Wohnung oder im Haus befinden. Doch auch wenn Sie im Haus sind, kann es Ihrer Katze passieren. Also verzichten Sie darauf, Fenster zu kippen. Wer nicht auf gekippte Fenster verzichten möchte, sollte sich eine Sicherung anschaffen. Diese gibt es meist in Tierbedarfsgeschäften. Das Kippfenstersyndrom ist bei weitem keine Seltenheit. Viele Katzenbesitzer nehmen die Gefahr auf die leichte Schulter und verharmlosen diese. Das Heimteam berät Sie gern.

Zum Thema:

Das Sommerfest des Bertha-Bruch-Tierheims ist am Samstag und Sonntag, 3. und 4. September, jeweils ab 11 Uhr am Folsterweg 101. Es gibt an beiden Tagen eine Tombola und einen großen Floh- und Büchermarkt. Die Einnahmen kommen den Tieren zugute. Am Sonntag, 11 Uhr, weiht der Tierschutzverein das neue Hundehaus ein. ole