So tun Sie kranken Katzen Gutes

Winzige Begleiter können Katzen todkrank machen. Deshalb befreien die Tierschützer im Bertha-Bruch-Heim jeden Ankömmling beispielsweise von Flöhen und Bandwürmern. Auch die neuen Besitzer können später mit Hygiene viel für die Gesundheit ihres Schützlings tun. Barbara Best fasst zusammen, was Katzenbesitzer wissen sollten.

So tun Sie kranken Katzen Gutes
So tun Sie kranken Katzen Gutes
So tun Sie kranken Katzen Gutes

Sissi ist fünf. Sie liebt Menschen, schmust gern und verträgt sich mit Artgenossen. Sissi hat ein Gesundheitsproblem, ein eosinophiles Granulom. Barbara Best, eine der Katzenexpertinnen im Tierheim, sagt, diese Störung des Immunsystems sei gut zu beherrschen. "Sissi wird dadurch nicht beeinträchtigt. Sie braucht nur alle drei bis vier Monate eine Cortisonspritze, die nicht teuer ist. Wenn Sissi wenig Stress hat, kann die Erkrankung verschwinden."

Heidi ist eine ganz liebe ruhige Katze. Heidi käme im neuen Zuhause sicher mit einem ruhigen, freundlichen Kater zurecht, sogar in einer größeren Wohnung. "Eine Familie mit etwas größeren Kindern wäre toll für sie. Wenn sie dann noch rausdürfte, wäre ihr Glück sicher vollkommen."

Shila ist eine sehr ängstliche Wohnungskatze, die immer allein gelebt hat mit einer festen Bezugsperson. "Sie braucht dringend eine katzenerfahrene Person, die Zeit für sie hat."

Ilka ist eines der wenigen weiblichen Tiere mit Katzen aids und sollte daher in der Wohnung bleiben. Einmal, um die Ansteckungsgefahr gering zu halten, zum anderen, um ihr geschwächtes Immunsystem möglichst wenigen Infektionsrisiken auszusetzen.Wenn Menschen viel Zeit für sie haben, wäre Ilka mit Wohnungshaltung sicher zufrieden.

Name: Heidi

Alter: Heidi wird im Heim auf ein bis zwei Jahre geschätzt.

Rasse: Europäisch Kurzhaar

Kastriert: ja

Gesundheit: sehr gut

Besonderheiten: verträgt sich nicht mit anderen Katzen.

Name: Shila

Alter: Angaben zum Alter sind nicht möglich.

Rasse: Europäisch Kurzhaar

Kastriert: ja

Gesundheit: gut

Besonderheiten: sehr ängstlich, braucht erfahrene Halter.

Name: Ilka

Alter: etwa drei Jahre

Rasse: Europäisch Kurzhaar

Kastriert: ja

Gesundheit: FIV-positiv, daher geschwächtes Immunsystem.

Besonderheiten: Ilka ist etwas ängstlich.

Viele Katzen kommen mit Parasiten ins Tierheim. Katzen, die viel draußen sind, bringen fast zwangsläufig Flöhe mit, sagt Best. "Die meisten Freigänger, vor allem langjährige Streuner ohne Zuhause, fangen sich irgendwann Flöhe ein." Damit schleppen sie weitere gefährliche Plagegeister herum. Flöhe schleusen Bandwürmer in die Katze ein. Und dort bleiben die Würmer nicht. "Daher gilt immer, vor allem bei kleinen Kindern, Hände weg von Tierkot, auch von Hunde- oder Fuchskot." Das Heim-Team bekämpfe Ungeziefer so: "Neuankömmlinge entwurmen und entflohen wir sofort. Die Entwurmung wird nach vier Wochen wiederholt."

Ein weiteres Problem sind Giardien, Einzeller, die Durchfälle verursachen - vor allem bei Stress. Die Behandlung dauert lange. Erst wenn die Erreger nicht mehr nachweisbar sind, vermittelt das Bertha-Bruch-Heim zuvor befallene Katzen. Die Krankheit kann Menschen ebenso befallen wie schädliche Pilze, die erst nach langer Behandlung verschwinden. Best: "So gern man Katzen hat, ist gerade bei Kindern stets auf Hygiene zu achten. Gründliches Händewaschen nach dem Spielen mit der Katze reicht normal schon aus."

Weitere Informationen über die präsentierten Katzen, über Katzenkrankheiten und Vorbeugungsmöglichkeiten im Tierheim gibt es unter der Telefonnummer (0681) 5 35 30 (täglich von 14 bis 17 Uhr, außer montags).