Frauentheatergruppe Elleganz bringt "Kur(z)Geschichten" auf die Bühne in Saarbrücken

Theater : Mal lustig und manchmal auch melancholisch

„Kur(z)Geschichten“ heißt das Stück, mit dem die Frauen der Theatergruppe „Elleganz“ am Wochenende auf die Bühne treten.

Immer donnerstags trifft sich die Frauentheatergruppe „Elleganz“ in der Breite 63. Dann ist Probeabend. Und das schon seit vielen Jahren. „Uns gibt es schon seit dem Jahr 2003. Da hat die damalige Leiterin der Breite 63, Gisela Bahr, einen Workshop organisiert, aus dem dann unsere Frauentheatergruppe entstanden ist“, erzählt Heidemarie Kohl, eine der noch drei aktiven Mitbegründerinnen der Truppe.

Während sie das berichtet, trudeln die anderen der acht Aktiven von „Elleganz“ ein. Das sind neben Heidemarie Kohl Anne-Rose Graf, Ingeborg Damaske, Bérengère Brulebois, Brigitta Kilian-Cazangiu, Gabi Hempel, Heike Herrmann, Simone Hoffmann sowie die beiden Musikerinnen Marina Kavtaradze und Haga. Seit 2004 hat die Theatergruppe acht eigene Stücke erarbeitet. „Wir schreiben alles selbst, die Handlungen, die Texte und auch die Musiktexte“, berichtet Heidemarie Kohl weiter. In den Anfangszeiten hatte man noch reine Theaterstücke gespielt. Seit dem Jahr 2009, seitdem die Pianistin Marina Kavtaradze und im Jahr 2012 die Percussionistin Haga hinzustießen, wurde auf der Bühne auch gesungen. Und getanzt? „Bewegt“, antwortet Heidemarie Kohl lachend. „Aber wir haben auch eine Tänzerin dabei“.

Dann berichtet sie weiter, dass die früheren Programme eine Mischung aus Theater und Revue waren. Früher – das war bis zum Jahr 2017. Denn da war der freischaffende Theaterpädagoge Ingo Fromm ihr Regisseur. Als er beschloss, aus privaten Gründen eine Auszeit in Portugal zu nehmen, hatte die Gruppe Glück im Unglück. Denn kurz vorher spielte Ingo Fromm unter der Regie von Eveline Sebaa in einem Theaterstück. „Bei diesem Stück hat auch Bero, eigentlich Bérengère Brulebois, aus der Truppe mitgemacht. Und so habe ich die Truppe ‚Elleganz’ kennengelernt“, erzählt die heutige Regisseurin Eveline Sebaa. Dann fügt sie hinzu: „Ich mochte da schon die Energie der Truppe.“ So übernahm sie den Job von Ingo Fromm, führt seither Regie. „Ich kam richtig gut rein in die Truppe. Zuerst hatte ich aber schon ziemlichen Respekt. Und da dachte ich mir, ich bringe meinen Hund Jim mit zur Probe. Seither haben wir einen Probehund“, sagt sie und lacht.

Das erste gemeinsame Programm, „Kur(z)Geschichten“ feierte dann im letzten Dezember in der Breite 63 die Premiere – und kam beim Publikum richtig gut an. „Wichtig ist mir, dass wir das Stück gemeinsam entwickelt haben. Wir überlegen uns eine Szene, dann improvisiert die Gruppe, und ich notiere das, bringe es anschließend in Form“, erklärt die Regisseurin ihre Arbeitsweise. Daher setzt das neue Programm andere Schwerpunkte, als man das von der Truppe bisher kannte. „Es gibt eine Handlung und richtige Charaktere. Es ist eher ein Musical geworden.“ Dazu liefert das neue Stück „Kur(z)Geschichten“ den perfekten Rahmen. Denn es spielt in einem Kurhotel an der Nordsee, in dem sich acht Damen treffen. Dort finden sich jede Menge Gelegenheiten, die eigene Lebensgeschichte zu erzählen. Und das ist mal lustig, aber auch manchmal melancholisch. Und dabei wird viel gesungen. Denn die Musik und die Liederauswahl waren bei der Findung der Bühnenfiguren ein wichtiger Bestandteil. „Das Arbeiten mit den beiden Musikerinnen ist dabei ganz wichtig“, betont Eveline Sebaa.

Dann aber beginnt die Probe und verlangt die Aufmerksamkeit der Regisseurin. Und während die ersten Takte von Charles Trenet berühmten Chanson „La mer“ gespielt werden und dazu Meeresrauschen improvisiert wird, kommen die Frauen nach und nach auf die Bühne, finden sich in ihrem Kurhotel ein. Und singen gleich zu Beginn „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen, in ihrer ganz eigenen, charmanten Fassung.

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