| 00:00 Uhr

St. Josef erstrahlt in neuem Glanz

Riegelsberg. Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten wird die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Josef in Riegelsberg am vierten Advent wieder eröffnet. Und zwar im Rahmen einer Eucharistiefeier ab 9.30 Uhr. Dazu reist Dompropst Werner Rössel aus Trier als Hauptzelebrant an. Von SZ-RedakteurMichael Emmerich

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Josef in Riegelsberg erstrahlt in neuem Glanz. Seit vier Jahren wurde am und im Gotteshaus aus dem Jahr 1887 fleißig renoviert, jetzt ist alles fertig. "Unsere Kirche ist völlig überarbeitet worden", sagt Pfarrer und Dechant Franz-Josef Werle. Und erinnert an drei große Bauphasen: Kirchturm, Außensanierung einschließlich Dach, Renovierung des Innenraums.

Konkret heißt das: Kirchenschiff und Turm erhielten ein neues Dach, auch am Sandstein und der Fassade wurden schadhafte Stellen repariert. Im Innenraum standen vor allem Reinigungs- und Malerarbeiten an sowie eine Modernisierung der Technik (Beleuchtung, Heizung und Beschallung). Auch alle Fenster wurden renoviert und - mit einer Schutzverglasung - wieder eingebaut. Die Podeste unter den Kirchenbänken sind überarbeitet, alle Altäre und Einrichtungsgegenstände renoviert. Die Orgel wurde während der Renovierungszeit ausgebaut und erklingt nun mit einigen Ergänzungen wieder neu. "Dank des Architekten Siegbert Barth aus Waldhölzbach und des Verwaltungsrates, der die Baumaßnahmen gut begleitet hat, konnte auch der letzte Bauabschnitt bewältigt werden", sagt Werle.

Der bisher letzte Gottesdienst in St. Josef wurde zum Dreikönigstag am 6. Januar gefeiert. Der erste nach den Arbeiten im Kircheninnern ist für den vierten Adventssonntag, 22. Dezember, 9.30 Uhr, angesetzt. In der Zwischenzeit fanden sich die Gläubigen im Pfarrzentrum zu den Messen zusammen.

"Insgesamt hat die Renovierung rund 900 000 Euro gekostet", berichtet Werle. Die Hälfte dieser Summe habe die katholische Kirchengemeinde St. Josef zu stemmen. Für den Rest gebe es Zuschüsse, etwa vom Bistum Trier für substanzerhaltende Maßnahmen. "Dank einer langfristigen Finanzplanung und weitsichtigen Entscheidungen des Verwaltungsrates in den vergangenen Jahrzehnten, konnte die Kirchengemeinde dieses Projekt angehen", betont Bernhard Pollok, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates. Werle ergänzt, die Kirchengemeinde habe sich von Immobilien getrennt. Beispielsweise vom Schwesternhaus an der Saarbrücker Straße, gegenüber dem Pfarrzentrum. Werle dankt auch Sponsoren, die sich finanziell engagierten. Zum Beispiel dem Lions-Club, der es möglich machte, die Orgel zu reinigen, zu überarbeiten und zu erweitern.

Oder dem Saarknappenchor und dem Ensemble 85 um Martin Folz, die Benefizkonzerte zur Renovierung der Kirche gaben. Ein weiteres Benefizkonzert sei auf Initiative des Lions-Club für 2. Februar, 17 Uhr, in St. Josef vorgesehen.

Einem Mann sprechen Dechant Franz-Josef Werle und Kaplan Christian Adams ihren besonderen Dank aus: Bernhard Pollok. "Unglaublich, was er im Zuge der Kirchenrenovierung alles geleistet hat. Er war unermüdlich im Einsatz."


Zum Thema:

HintergrundFür die SZ hat Kaplan Christian Adams in der Chronik der Riegelsberger Kirche St. Josef geblättert. Und herausgefunden: 1887 wurde für die damaligen Orte Güchenbach, Hilschbach und Überhofen eine eigene Pfarrei gegründet und die Kirche St. Josef errichtet. 1949 wurde die Kirche durch einen Brand schwer beschädigt. Deckengewölbe und Dachstuhl stürzten ein. Rasch beseitigte die Pfarrgemeinde die Trümmer und nutzte den Kirchraum - ohne Dach - wieder zum Gottesdienst. Bald wurde die Kirche in Stand gesetzt und in den folgenden Jahrzehnten, auch unter den Einflüssen der liturgischen Reformen, verändert. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg brachten Pfarrangehörige, die in Altötting evakuiert waren, eine Kopie der dortigen Schwarzen Madonna nach Riegelsberg, verbunden mit der Auflage, auch dort das Wallfahrtswesen zu verbreiten. Seitdem gibt es jährlich eine Wallfahrtswoche in St. Josef. Das ganze Jahr über ist die Schwarze Madonna im Marienaltar zu sehen. me