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50 Jahre Herry Weiland
Mit 53 seit 50 Jahren auf der Bühne

Schon ein paar Tage her: Herry Weiland als Schlagzeuger von Sorpresa II, zur Band gehörten auch Gerd Schneider und Jörg Pöck.
Schon ein paar Tage her: Herry Weiland als Schlagzeuger von Sorpresa II, zur Band gehörten auch Gerd Schneider und Jörg Pöck. FOTO: Weiland
Püttlingen. Der Püttlinger Hans-Dampf-in-allen-Gassen-Musiker Herry Weiland feiert Jubiläum – natürlich mit einem Konzert. Von Walter Faas

„SONETT – weil’s so schön war!“: Zu dem Konzert aus außergewöhnlichem Anlass bittet der Püttlinger Musiker Herry Weiland am Samstag, 20 Uhr, in die Stadthalle – zusammen mit seiner Partnerin Myriam Parusel, weiteren Popmusikern und dem Kammerorchester der Musikschule Püttlingen. Der Anlass ist das 50. Bühnenjubiläum des erst 53 Jahre alten Musikers.


„Musiker, Laienschauspieler, Tierfreund, Lebenskünstler, Genussmensch, Idealist, Trommler, Organisator, Veranstalter – so würde ich mich beschreiben, wenn ich das tun müsste“, schreibt Herry Weiland auf seiner Internetseite. „Ein liebenswertes Stehaufmännchen“, möchte man hinzufügen. Schließlich kennt der Reporter seinen Nachbarn Herry von Kindesbeinen an.

Damals gab es im Noch-Dörfchen Püttlingen das katholische Vereinshaus – das alte, wohlgemerkt – in der Köllner Straße. Das hatte einen großen Saal für gefühlt 500 Menschen, eine hohe Bühne  und den überaus mitgliederstarken Elisabethenverein. Der veranstaltete im Vereinshaus seinen jährlichen Kaffeenachmittag mit Musik und Ansage. An jenem Nachmittag, genau vor 50 Jahren, tippelte  also der kleine Herry mit Mama Agnes auf die hohe Bühne, zum Duett „Wenn ich groß bin, liebe Mutter“. Ein Rührstück, das jeder Mutter zu Herzen geht, vielen Vätern ebenfalls und den Elisabethenfrauen damals bestimmt.

Herry, Jahrgang 1965, wurde zweifellos in eine musikalische Familie hinein geboren. Mama habe ihn von Anfang an mit dem „Quedschkaschden“ (also mit der Ziehharmonika) in den Schlaf gespielt. Mit sechs Jahren Gitarre gelernt, mit neun Jahren am Schlagzeug angefangen, schon früh mit Ethnomusik Kontakt gehabt, noch in der Hauptschule die erste Band gegründet – „die hieß Haluza, wie Herry, Ludwig, Zapp“ –, mit 16 Jahren gab’s den ersten Schallplattenvertrag für Selbstkomponiertes, aufgrund eines Wettbewerbs.

Aber Mutter Agnes hatte es ja schon beim erwähnten Bühnendebüt gesungen: „Wenn du groß bist, lieber Junge, dann sieht alles anders aus. Dann musst du Kämpfe bestehen.“ Und das traf zu, sei es in zwei Lehren (als Schreiner und Bergmann), oder als blutjunger Gastwirt in Völklingen und Merzig, wo Lehrgeld berappt werden musste. Es folgte eine wunderschöne Zeit in Püttlingen, in „Herrys Musicbörse“ mit wöchentlichen Konzerten, die Mitarbeiter der Saarbrücker Zeitung begleiten durften. Bis Herry erweitern wollte, nicht durfte, und die Musicbörse schließen musste.



Unser „Stehaufmännchen“ hat sich in den Folgejahren mit Straßenmusik, Trommel-Workshops und als Komparse mit kleinen Sprechrollen beim Privatfernsehen („hab’ immer nur den Bösewicht gespielt“) über Wasser gehalten. Nebenbei hat er seine beiden Festivals auf die Beine gestellt, „Chilla“ (bei dem jeder musizieren darf, der will) und „Little Woodstock“, heute im Max-Braun-Zentrum in Steinberg-Deckenhardt, – „seit 27 Jahren“, sagt Herry.

Dazwischen gibt er den „rockenden Weihnachtsmann“, bringt bei Spaß-Spielen im Trimmtreff Teilnehmer zusammen, fährt bei Stefan Raab bei dessen Stockcar-Challenge auf Schalke mit (Herry: „Ein absolutes Highlight!“) und übernimmt, am 6. Januar 2016, als Gastwirt das Karlsberg-Fass in Püttlingen. Keine Frage: Jeden Dienstag gibt es hier Livemusik, ein Szenetreff für Musikliebhaber ist entstanden.

Und für den Monat Mai dieses Jahres kündigt Herry eine weitere Überraschung an: „Mit meinem Cousin Michael Bär werde ich das Traditionslokal Sutor beim Köllertaler Dom übernehmen. Da haben wir beide familiäre Wurzeln hin, und wir wollen, dass der Sutor wieder das Lokal wie früher wird, für Vereine, zum Frühschoppen nach dem Kirchgang und vor allen Dingen mit den legendären Hausbällen an Fastnacht.“

Bevor es so weit ist, spielt Herry Weiland am kommenden Samstag, 17. Februar, 20 Uhr, mit seiner Duett-Partnerin Myriam Parusel aus Serrig, mit acht erfahrenen weiteren Musikern und vor allen Dingen mit dem Kammerorchester der Musikschule Püttlingen „sein persönliches Konzert zur 50-jährigen Bühnenpräsenz“.

Karten gibt es im Vorverkauf in der Buchhandlung Balzert und im Karlsbergfass, weitere Infos auch im Internet.

Herry Weiland und Gesangspartnerin Myriam Parusel: Sie werden mit vielen musikalischen Gästen, darunter auch das Kammerorchester der Musikschule Püttlingen, am Samstag zu Herrys 50. Bühnenjubiläum in der Püttlinger Stadthalle auftreten.
Herry Weiland und Gesangspartnerin Myriam Parusel: Sie werden mit vielen musikalischen Gästen, darunter auch das Kammerorchester der Musikschule Püttlingen, am Samstag zu Herrys 50. Bühnenjubiläum in der Püttlinger Stadthalle auftreten. FOTO: Herry Weiland
„Rocker-Chef“ Herry Weiland in Handschellen. Aber nicht wirklich, sondern für eine Statistenrolle im Fernsehen: Vor zehn Jahren hatte er eine kleine Rolle als Halunke in der Reihe „Richter Alexander Hold“ (SAT 1). Auch beim Saar-Tatort hat er – 2014 – schon mitgespielt.
„Rocker-Chef“ Herry Weiland in Handschellen. Aber nicht wirklich, sondern für eine Statistenrolle im Fernsehen: Vor zehn Jahren hatte er eine kleine Rolle als Halunke in der Reihe „Richter Alexander Hold“ (SAT 1). Auch beim Saar-Tatort hat er – 2014 – schon mitgespielt. FOTO: Herry Weiland / Weiland
Herry Weiland als einer der „Drei rockenden Könige“.
Herry Weiland als einer der „Drei rockenden Könige“. FOTO: Herry Weiland / Weiland
Herry Weiland 2015 als Bongo-Spieler auf der Bühne beim Begrüßungsfest für Einheimische und Flüchtlinge in Püttlingen.
Herry Weiland 2015 als Bongo-Spieler auf der Bühne beim Begrüßungsfest für Einheimische und Flüchtlinge in Püttlingen. FOTO: Monika Jungfleisch