Oliver Luksic trägt Informationen zum Thema Radon zusammen

Heusweiler : Die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen

Bundestagsabgeordneter Oliver Luksic hat Informationen zum Thema Radon zusammentragen lassen.

Kürzlich berichteten wir, dass der Heusweiler Ortsrat Radon-Messungen in öffentlichen Gebäuden fordert und die Gemeindeverwaltung dazu Stellung bezogen hatte – die Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber es kann damit gerechnet werden, dass es kommendes Jahr entsprechende Messungen geben wird. Hintergrund: Das natürlich vorkommende Gas wird dort, wo es sich in höheren Konzentrationen in Gebäude hineingedrückt hat, als eine mögliche Ursache von Lungenkrebs eingestuft (etwa zehn Prozent der Lungenkrebs-Erkrankungen könnten auf Radon zurückgehen). Und der Bergbau-Konzern RAG hatte kürzlich mitgeteilt, dass durch Grubenflutungen die Radon-Konzentration in der Luft zeitweise ansteigen könne.

Um die Hintergründe zu beleuchten, hat der Bundestagsabgeordnete Oliver Luksic (FDP) aus Heusweiler-Holz den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages beauftragt, Informationen aus Untersuchungen zusammenzutragen. Freundlicherweise hat der Abgeordnete das Untersuchungsergebnis auch der Saarbrücker Zeitung zur Verfügung gestellt.

Wie kann es zu dem verstärkten Radon-Austritt kommen? Entsprechend der Antwort des Wissenschaftlichen Dienstes und vereinfacht ausgedrückt: In den aufgegebenen Stollen sammelt sich unter Tage verstärkt Methan- und Radon-Gas (ein Zusammenhang zwischen Radon und Lungenkrebs-Erkrankungen von Bergleuten wurde schon vor Jahrzehnten festgestellt). Füllt sich nun der Stollen mit Grubenwasser, kann das Radon im Verbund mit dem Methan nach oben gepresst werden und durch natürliche Öffnungen entweichen (wenn es nicht um besonders tiefe Stollen geht, da dann das Radon auf dem Weg nach oben bereits zerfallen ist).

So wie ein verstärkter Gasaustritt durch den Grubenwasseranstieg verursacht werden kann, komme auch wieder der Zeitpunkt, an dem ein weiterer Anstieg den zusätzlichen Gasaustritt unterbindet, da das Wasser ab einem bestimmten Niveau das Gas gewissermaßen in den Gesteinsporen einschließt (aus dem gleichen Grund werde auch die Gewinnung von Grubengas schnell unrentabel). Auch aus dem ehemaligen Bergbau resultierende Erschütterungen können einen Radonanstieg befördern.

In der Untersuchung des Wissenschaftlichen Dienstes heißt es unter anderem: „Stärkere Erschütterungen können eine Mobilisierung und schlussendlich auch erhöhte Konzentration von Radon und stärkere Austritte an die Geländeoberfläche und in Gebäuden verursachen. Deshalb ist eine erhöhte Überwachung über Tage nach stärkeren Erschütterungen im Verlauf des Grubenwasseranstiegs angebracht. Die Örtlichkeiten mit höherem Radonrisiko sind schon jetzt weitgehend bekannt. Es ist aber nicht auszuschließen, dass einige neue Austrittstellen in schon eingrenzbaren vermuteten Bereichen hinzukommen können. Die Austritte und Konzentrationen werden im Zuge des Grubenwasseranstiegs temporär ansteigen, dann aber mit hoher Wahrscheinlichkeit dauerhaft zurückgehen und unter die Messwerte fallen, die aktuell zu messen sind.“ Und: „Es ist nicht auszuschließen, dass auch nach dem Grubenwasseranstieg noch Lokalitäten mit erhöhten Radonaustritten, wenn auch in geringerer Zahl, bestehen bleiben und vereinzelt auch nicht tolerierbare Konzentrationen in Gebäuden verursachen können, die dann Anlass für Minderungsmaßnahmen geben.“

FDP-Mann Oliver Luksic weist zudem auf ein weiteres Fazit des wissenschaftlichen Dienstes hin, denn problematisch sei überdies, „dass kein Grenzwert für Radon existiert, unterhalb dem es kein Risiko für das Entstehen von Lungenkrebs gibt“. Ohne entsprechende Ausrüstung kann man Radon nicht erkennen, denn Radon, so Luksic, „ist ein farb- und geruchloses Gas, das sich an der Luft rasch verflüchtigt. Werden Räume jedoch schlecht gelüftet, kann die Gaskonzentration problematisch werden.“

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