| 22:05 Uhr

Theater
Grünkernfrikadelle trifft Meisterboxer

Vielversprechend turbulent ging’s auch schon bei den Proben der Wohltätigkeitsbühne zu.      
Vielversprechend turbulent ging’s auch schon bei den Proben der Wohltätigkeitsbühne zu.      
Quierschied. Auf der Bühne der Q.lisse will die „Wohltätigkeitsbühne 1920 Quierschied“ in bewährter Manier für Heiterkeit sorgen. Von Petra Pabst

Die Wohltätigkeitsbühne 1920 Quierschied spielt wieder Theater. Dabei sorgt die Gruppe bei den Aufführungen ihrer beliebten Komödien stets für ein begeistertes Publikum. Nun bereitet sie sich auf ihr neues Stück vor: „Der Meisterboxer“, ein Lustspiel von Carl Mathern und Otto Schwartz in drei Runden - Entschuldigung - in drei Akten. Die Aufführungen in der Quierschieder Q.lisse sind am Samstag, 27. Oktober, um 19 Uhr und am Sonntag, 28. Oktober, um 18 Uhr. Rund 270 Plätze stehen pro Abend zur Verfügung. Allerdings waren sämtliche Karten bereits kurz nach Start des Vorverkaufs am Montag vergriffen. Die Vorstellungen sind also - wie in den Jahren davor - ausverkauft.


Die SZ besuchte die Theater-Truppe bei einer ihrer letzten Proben in der Q.lisse. „Wir sind bereits im Endspurt. Jetzt geht es nur noch um den Feinschliff“ erzählte Stefan Graß, der nicht nur die Hauptrolle spielt sondern auch zusammen mit Monika May die Spielleitung hat.

Seit Mai wurde fast wöchentlich geprobt. Bei der Probe auf der Bühne in der Q.lisse ging es auch ohne Bühnenbild und Kostüme schon sehr turbulent zu. Der Text sitzt, die Gags auch. Erfahrungsgemäß darf man bei den Aufführungen wieder mit Angriffen auf die Lachmuskeln, begeistertem Applaus und stehenden Ovationen rechnen.



Bei der Gründungsversammlung des Theatervereins im Mai 1920 stand neben der Wiederbelebung der örtlich-kulturellen Belange der Gedanke im Vordergrund, den Reinerlös der Aufführungen Notleidenden zur Verfügung zu stellen. Entsprechend gab man sich den Namen „Wohltätigkeitsbühne”.

Das ist bis heute so geblieben. Auch in diesem Jahr werden die Erlöse wieder karitativen Zwecken zur Verfügung gestellt, nämlich dem Kältebus Saarbrücken und dem Projekt „Wünschewagen“ des ASB. Die Empfänger werden stets innerhalb des 17-köpfigen Vorstands demokratisch ermittelt.

Worum geht es nun im neuen Schwank? Graß spielt den Marmeladenfabrikanten Friedrich Breitenbach, der es leid ist, von seiner Frau ständig nur gesunde Kost vorgesetzt zu bekommen. Grünkernfrikadellen und Heilwasser hängen ihm zum Hals heraus. Um wenigstens ab und zu von zuhause zu verschwinden und etwas vernünftiges in der Wirtschaft zu essen, lässt er sich etwas einfallen.

Er nutzt die zufällige Namensgleichheit mit einem Profiboxer und lässt seine Familie in dem Glauben, er sei dieser berühmte Sportler und müsse deswegen öfter auf Tour.

Es kommt zu den üblichen Namensverwechslungen und Missverständnissen und natürlich wie es kommen muss: Der echte Boxer Breitenbach kommt in die Stadt, und der ganze Schwindel droht aufzufliegen.

Knüppeldick kommt es für Friedrich, als seine Frau Adelheid ihrem Mann beim Kampf zusehen möchte und die Tochter Lotte eine Liebesbekanntschaft mit dem echten Meisterboxer macht.

Die Verwirrung ist perfekt, als auch noch sein Sohn Fritz ein Verhältnis mit der temperamentvollen Tänzerin Colette beginnt, und schließlich auch noch der Meisterboxer höchstpersönlich erscheint. Na wenn das mal gut geht...