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Ein sagenumwobener Ort

Der Hexentisch mit seinem kleinen Wasserfall. Foto: Horst Schmadel
Der Hexentisch mit seinem kleinen Wasserfall. Foto: Horst Schmadel FOTO: Horst Schmadel
Großrosseln. Mühsam ist der Fußweg, aber er lohnt sich: Hans-Werner Franzen, Leiter der Volkshochschule Großrosseln, berichtet für uns von der Semester-Abschlusswanderung zum sagenumwobenen Hérapel, einem Bergrücken bei Cocheren. red

Am Schluss des Halbjahresprogramms der Volkshochschule Großrosseln stand eine Exkursion zu einem sagenumwobenen Ort. 26 Teilnehmer trafen sich, um unter fachkundiger Anleitung von Horst Schmadel von der Kirche in Cocheren aus den Hérapel, einen Bergrücken im Rosseltal, zu erwandern.


Entlang der Hauptstraße, an der alte Häuser aus dem 17. Jahrhundert stehen, wanderte die Gruppe über den etwa zweieinhalb Kilometer langen Fußweg zu einem Felsvorsprung der oberen Felsbarriere des Hérapel, wo früher eine kleine Kapelle, deren Entstehung unbekannt ist, stand. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurde dieser Fleck des Hérapel mit seiner Sickerquelle schon in der Frühkeltenzeit als Kultstätte benutzt. Später verehrten dort die Römer ihre Götter. 1991 wurde diese Stelle durch Grubensenkungen fast vollständig zerstört.

Heute wird die Geschichte des Hérapel auf Informationstafeln in Form von großen Glasscheiben erklärt. So erfährt man, dass die Nische neben der Kapelle zum Deponieren kleiner Votivkreuze aus Schachtelhalm diente, einer Pflanze, die hier immer noch auf einer Fläche von zirka 2400 Quadratmetern, der größten im hiesigen Raum, wächst.

Zu Füßen der Nische entspringt eine kleine Quelle, deren Wasser nach dem Volksmund eine besondere Heilkraft für Augenleiden besitzen soll. Neben diesen Dingen erläuterte der Wanderführer unter Zuhilfenahme von alten Fotos, Zeichnungen und Beschreibungen weitere Besonderheiten des Ortes wie zum Beispiel die Apollo-Statue, Mithraskultstätte, Heilquelle, Widmung der Waldkapelle der heiligen Helena, die Grabplatte des römischen Legionärs Sacio, Hexentisch, Jungfrauenbrunnen, die frühere antike Stadt Herapel mit rund 3000 Einwohner und vieles mehr.

Nach etwa zweieinhalb Stunden kam die Gruppe nach Cocheren zurück, wo noch die Kirche besichtigt wurde. Horst Schmadel gab noch einen groben Überblick über den Ort, der in der Römerzeit viele Reisende beherbergte und eine Wechselstation für Pferde war.



Ein Überblick über das Herbstprogramm der VHS Großrosseln , das im September beginnt, kann unter www.grossrosseln.de - Bildung - Volkshochschule - eingesehen werden.

Glasplatten umgeben die Grotte. Foto: Alfred Quinten
Glasplatten umgeben die Grotte. Foto: Alfred Quinten FOTO: Alfred Quinten
Endlich an der Grotte angekommen. Foto: Alfred Quinten
Endlich an der Grotte angekommen. Foto: Alfred Quinten FOTO: Alfred Quinten