„In jedem Bild steckt schon richtige Kunst“

„In jedem Bild steckt schon richtige Kunst“

Was die Kursteilnehmer in der aktuellen Ausstellung zeigen, ist nur ein kleiner Bruchteil dessen dem, was sie in den letzten Jahren gelernt und in diesem Jahr alles geschaffen haben.

Starr sitzen die beiden Wölfe da und schauen ihre Gegenüber mit klugen und aufmerksamen Augen an. Ihr achtsamer Blick lässt auch einige Besucher vor ihnen verharren und der ein oder andere streckt sogar die Hand nach den Wölfen mit ihrem dichten grau-braunen Fell aus, um dieses einmal zu berühren. Das Bild "Wölfe " von Werner Künzer ist so detailliert und wirkt so realistisch, dass einige Gäste der Vernissage im Dudweiler Bürgeramt einmal durch das buschige Haar der Tiere streichen wollten, um zu sehen, ob es wirklich so weich ist, wie es auf der Leinwand wirkt.

Ein paar seiner Werke sowie Bilder von fünf Teilnehmern des Malkurses der Volkshochschule (VHS) Dudweiler können bis zum 29. Februar im Dudweiler Bürgeramt betrachtet werden. Lange Zeit fanden dort keine Ausstellungen mehr statt, umso glücklicher sind Bezirksbürgermeister Reiner Schwarz sowie die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Amtes jetzt, dass die Wände endlich nicht mehr kahl und weiß bleiben müssen. Ab 2016 sollen zweimal im Jahr Ausstellungen organisiert werden. Künstler mit einem regionalen Bezug erhalten dann wieder die Möglichkeit, ihre Bilder oder Fotografien einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Besondere Rücksicht soll dabei auf den kreativen Nachwuchs im Kinder- und Jugendalter genommen werden.

Diesen Lebensabschnitt haben die sechs Künstler der derzeitigen Ausstellung zwar schon hinter sich, trotzdem beweisen auch sie, dass sie vor Kreativität nur so strotzen. Von Porträts über Landschaftsmalerei, Stillleben und bis zu realistischen Tierbildern in Aquarell, Bleistift oder Öl auf Leinwand ist bei den rund 30 Werken alles dabei. Das Handwerkszeug dafür haben die Künstler, abgesehen von Werner Künzer, welcher nicht am Malkurs teilnimmt, bei Evgeni Hartwahn gelernt.

"Seit vier Jahren geht der Kurs bereits. Ich bringe ihnen die verschiedenen Techniken bei, erkläre die unterschiedlichen Malstile und erzähle auch etwas aus der Kunstgeschichte", sagt der russische Künstler, "ich bringe ihnen bei, wie man ein Bild richtig aufbaut und wichtig ist auch, dass sie die Anatomie der Figuren, die Gelenke und einzelnen Körperteile lernen". Dadurch würden die Bilder besonders realistisch. Was die Kursteilnehmer in der aktuellen Ausstellung zeigen, ist dabei nur ein kleiner Bruchteil dessen, was sie gelernt und in diesem Jahr alles geschaffen haben.

Freie Entfaltung

Die ausgestellten Werke sind ganz unterschiedlich. Zwar lernen alle dieselben Techniken und widmen sich in einigen Kursstunden auch denselben Themen, trotzdem kann sich jeder frei entfalten. "Man kann malen, was man selber möchte", erzählt Irmgard Bernardi, "es ist sehr ungezwungen und Herr Hartwahn geht auf alle Wünsche und Bedürfnisse ein".

Das wissen die Teilnehmer des Kurses sehr zu schätzen, schließlich habe die Malerei ja auch für jeden eine ganz individuelle Bedeutung. "Für mich ist es das Gefühl des Wiedergebens, das was man selbst empfindet", erklärt Bernardi, "dabei male ich am liebsten Bäume in Acryl oder Blumen, da hier die Farbenvielfalt mitspielt."

So ist bei der Ausstellung sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei. Kunstlehrer Hartwahn ist auch sehr stolz auf seine Schüler: "Ich liebe jeden Künstler. Mit viel Übung wird ein Bild natürlich stärker und professioneller, aber keiner von ihnen ist mehr ein purer Hobbymaler, in jedem Bild steckt schon richtige Kunst drin."