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Klassisches Konzert: Gelungener Besuch in der alten Heimat

Klassisches Konzert : Gelungener Besuch in der alten Heimat

Mit träumerischen Melodien gab Anny Hwang eine Kostprobe ihres Könnens in Dudweiler. Doch zuerst war das Orchester dran.

Für sie ist es auch ein Nach-Hause-kommen: Anny Hwang, als international gefeierte Starpianistin in der Welt zu Hause, ist in Dudweiler aufgewachsen. Mittlerweile lebt Hwang seit fast zehn Jahren in Berlin und gastierte am vergangenen Samstagabend im Bürgerhaus ihrer alten Heimat. Unterstützt wurde sie hierbei vom Orchestre Symphonique SaarLorraine, mit dem romantische Repertoireklassiker gemeinsam gespielt werden sollten.

Auf den Stargast des Abends mussten sich die Zuschauer im Dudweiler Bürgerhaus dann jedoch noch ein wenig gedulden: Ludwig van Beethovens 5. Sinfonie in c-Moll, op.67 stand zuerst auf dem Spielplan – und die sogenannte Schicksalssinfonie sieht nun mal keinen Part für ein Klavier vor. Kaum hat Dirigent Götz Hartmann sein Podest auf der Bühne betreten, legte das Orchestre Symphonique SaarLorraine mit dem ikonischen, wohl bekannten Anfangsmotiv des populären Klassikstücks los. An der Darbietung der mehr als halbstündigen Sinfonie war nicht auszumachen, dass sich hier gerade ein Amateurorchester auf der Bühne befand. Hartmann führte seine ungefähr fünfzig Musiker gekonnt und mit vollem Körpereinsatz durch das Stück Musik – was die circa dreihundert anwesenden Zuschauer mit lautem Applaus quittierten.

Nach der darauf folgenden Umbaupause war es soweit: Anny Hwangs Flügel stand nun zentral auf der Bühne. Hwang selbst betrat die Bühne im roten Abendkleid und wurde lautstark begrüßt. Mit Sergei Rachmaninows 2. Klavierkonzert op. 18 in c-Moll hatten sich die Musiker für eine romantische Komposition des Russen entschieden. Während im ersten Teil des Stücks Hwangs Klavier im Vollklang des Orchesters unterzugehen drohte, war ihr Können im zweiten Teil wunderbar zu hören: Die Melodien waren träumerisch, langsam und getragen; Anny Hwang spielte auf technisch hohem Niveau und mit großen Gefühl. Leider wurde der Hörgenuss durch das durchgängige Brummen der gedimmten Lichter geschmälert – vor allem bei den leiseren Passagen.

Trotz der denkbar geringen gemeinsamen Probenzeit harmonierten die Pianistin und das Orchester gut zusammen – auch bei der abschließenden Zugabe, die aus einem Stück Frédéric Chopins bestand.

Nach dem gelungenen Heimspiel der Starpianistin bleibt lediglich zu hoffen, dass eine solche Soirée bald zum festen Bestandteil des jährlichen Dudweiler Veranstaltungskalenders wird. Vielleicht schon 2018.